Die Bässe dröhnen, die Gitarren kreischen wieder – Schleswig-Holsteins Dorf Wacken ist wieder in den Mittelpunkt der Heavy-Metal-Szene gerückt. Zum Start gabs aber auch andere Klänge.
«Wackööön» – Firefighters eröffnen Heavy-Metal-Festival

«Wacköööön» oder auch «Wackeeeeen» schallt es immer wieder über die Wiesen – im beschaulichen Dorf Wacken mitten in Schleswig-Holstein geben wieder die Metalheads den Ton an. Mit dem traditionellen Konzert der Wacken Firefighters ist das Heavy-Metal-Festival gestartet. Nach den Schlamm-Problemen des Vorjahres feiert die Szene auf dem 33. Wacken Open Air (W:O:A) bei hochsommerlichem Wetter.
Im vergangenen Jahr waren auf dem Holy Ground, wie die Fans das Gelände nennen, aufgrund der Wetter-Kapriolen nur 61.000 statt der erwarteten 85.000 Fans. Das nun gestartete Festival war dennoch bereits nach viereinhalb Stunden ausverkauft. Nach den Problemen von 2023 haben die Veranstalter Anpassungen vorgenommen.
«Dank unseres neuen Vorgehens, das unter anderem eine optionale Sonntagsanreise und eine durchdachte Routenführung beinhaltet, konnten wir größere Staus vermeiden und haben nun bereits 70.000 Metalheads auf dem Gelände», sagte Festival-Mitbegründer Holger Hübner. «Dementsprechend gute Stimmung herrscht bei den ersten Programmpunkten.»
Feuerwehrkapelle rockt
Immer wieder angefeuert durch lautstarke «Wacken, Wacken, Feuerwehr!»-Rufe haben zum Start des Festivals die Wacken Firefighters aufgespielt. Während ihres Auftritts bricht auf dem gut gefüllten Areal vor der Bühne immer wieder lauter Jubel aus.
Die Kapelle gibt nicht nur volkstümliche Lieder oder Schlager zum Besten, sondern auch Instrumental-Coverversionen moderner Popsongs wie «Let me entertain you» von Robbie Williams. An Peter Schillings «Major Tom» haben die Festivalfans ebenfalls hörbar Vergnügen. «Oh Leute, das ist so geil, Euch hier wiederzusehen», sagt ein Mitglied der Kapelle.
Mekka der Metalwelt
Am Nachmittag soll das Infield, der große Bereich vor den beiden Hauptbühnen Faster und Harder, öffnen. An diesem ersten Tag sind Konzerte des Mannheimer Comedians Bülent Ceylan mit Band und von In Extremo geplant. Auf der benachbarten Louder-Bühne sollte Suzi Quatro auftreten.
Das W:O:A wird als eines der größten Heavy-Metal-Festivals der Welt angesehen. Tausende Fans verwandeln die Gemeinde mit 2.000 Einwohnern für mehrere Tage in das Zentrum der Szene. Zu den Headlinern gehören die Scorpions. Es wird auch erwartet, dass Korn, Blind Guardian, Extrabreit und Gene Simmons auftreten, der früher Sänger und Bassist bei Kiss war und jetzt mit seiner Soloband unterwegs ist.
Ermittlungen nach Brand
Die Polizei setzt ihre Ermittlungen nach dem Brand mehrerer Zelte und zweier Autos auf dem Campinggelände in der Nacht zum Dienstag fort. Dank des Eingreifens einer 23-jährigen Polizistin in ihrem Nachtdienst wurden drei Zeltbewohner geweckt und konnten mit ihrer Hilfe aus dem Gefahrenbereich entkommen, so die Polizei.
Schon am Dienstagabend endete das Festival vorzeitig für einen 32-Jährigen. Laut Polizei hatte der stark betrunkene Mann Streit mit anderen Festivalbesuchern, beschädigte fremdes Eigentum und beleidigte eine 27-Jährige. Danach griff er einen Sicherheitsmitarbeiter an. Schließlich wurde der Mann mit einem Alkoholwert von 1,85 Promille in Polizeigewahrsam genommen und musste sein Festival-Bändchen abgeben.
Laut Polizei zog ein 34-jähriger Mann aus Norderstedt in der Nacht bei einem weiteren Vorfall unerwartet einen Hamburger von einer Bierbank und schlug dem 41-Jährigen mehrmals ins Gesicht. Das Opfer wurde ins Krankenhaus gebracht.
Die Stadt München hat beschlossen, alle öffentlichen Veranstaltungen bis zum 19. April abzusagen. „Diese Maßnahme dient dazu, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen“, erklärte der Bürgermeister.








