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Waldbrand im Harz – 500 Menschen vom Brocken geholt

Im Harz rücken Helfer zu einem Brand in der Nähe des Brockens aus. Rund Mehrere Hundert Menschen werden von dem Harzgipfel geholt. Entwarnung war nicht in Sicht – im Gegenteil.

Vor zwei Jahren hatte der Landkreis Harz den Katastrophenfall wegen eines Brandes am Brocken ausgerufen - jetzt ist dort wieder ein Feuer ausgebrochen.
Foto: Matthias Bein/dpa

Aufgrund eines Waldbrandes im Harz wurden etwa 500 Menschen vom Brocken in Sicherheit gebracht. Ein Sprecher des Landkreises Harz erklärte, dass es sich um Touristen, Wanderer und Sportler handelte. Sie wurden am Freitagnachmittag mit Bussen vom Harzgipfel evakuiert. Am Abend informierte ein Sprecher des Landkreises nach einer Lagebesprechung, dass sich das Feuer derzeit unkontrolliert ausbreitet.

Vor zwei Jahren wurde der Katastrophenfall im Landkreis Harz aufgrund eines Brandes am Brocken ausgerufen. Wie damals ist nun erneut der Königsberg betroffen.

Große Feuerfront entstanden

Es wurde berichtet, dass viele Brandherde zusammengeführt wurden und eine größere Feuerfront entstanden sei. Derzeit sind etwa 150 Feuerwehrleute vor Ort im Einsatz. Sie wurden aus dem gesamten Harzkreis sowie den angrenzenden Landkreisen Goslar und Göttingen zusammengezogen.

Drei Flugzeuge – zwei aus Niedersachsen und eines des Landkreises Harz – sowie ein Hubschrauber waren an den Löscharbeiten beteiligt. Es wurden sechs weitere Hubschrauber von Bundeswehr und Bundespolizei angefordert. Auch das Technische Hilfswerk war vor Ort.

Weiterer Brand auf einem Truppenübungsplatz 

Auch weiter im Nordosten gab es einen Brand: Während einer Übung brach auf dem Truppenübungsplatz Altmark ein Feuer aus. „Die Heide brannte relativ großflächig“, sagte der Presseoffizier des Gefechtsübungszentrums des Heeres, Alexander Helle. Starke Winde fachten das Feuer weiter an. Es breitete sich auf insgesamt 144 Hektar aus. Am Abend gab Helle bekannt, dass der Brand gelöscht werden konnte.

Das Hauptziel war es, einen Waldbrand zu verhindern. Dies ist der Feuerwehr gelungen. Niemand wurde verletzt, auch die Bundeswehr-Ausrüstung wurde nicht beschädigt. „Wir sind glimpflich davongekommen“, sagte Helle. Laut dem Presseoffizier wurde ein Rauchtopf als Auslöser verwendet, um den Abschuss eines Panzers zu simulieren. Dieses Gerät wurde sehr heiß und hat die Heide entzündet.

Gemeinsamer Einsatzstab gebildet 

Am Brocken haben die Stadt Wernigerode und der Landkreis Harz gemeinsam einen Einsatzstab gebildet, so der Landkreissprecher. Die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) gaben bekannt, dass aufgrund des Waldbrandes die Strecke zwischen Drei Annen Hohne und dem Brocken gesperrt ist. Es wird mit erheblichen Verzögerungen gerechnet.

Gleiche Brandstelle wie vor zwei Jahren 

Vor beinahe genau zwei Jahren gab es an der aktuellen Brandstelle einen tagelangen Löscheinsatz aufgrund eines Waldbrandes. Bis zu sieben Löschhubschrauber und zwei italienische Löschflugzeuge waren an der Rettungsaktion beteiligt, es gab internationale Unterstützung. Das Feuer war Anfang September 2022 am Goetheweg in der Nähe des Aussichtspunkts Goethebahnhof ausgebrochen. Der Weg zum Brocken zählt zu den am häufigsten begangenen Wanderwegen im Nationalpark Harz. Generell ist das Gelände äußerst schwer zugänglich.

Die Waldbrandgefahr in weiten Teilen Sachsen-Anhalts ist derzeit sehr hoch. Es gab zuletzt Wald- und Feldbrände, vor allem im Norden des Landes. Die meisten Brände konnten schnell gelöscht werden.

dpa