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Warnung vor Strom-Blackouts

Die Regierung empfiehlt: „Bereiten sie sich darauf vor!“ – Blackouts werden dunkle Realität!

Foto: NF24 / Canva

Immer wieder ist die Rede von Blackouts – großflächigen Stromausfällen mit weitreichenden Folgen. Nun stellt sich die Frage: Kommt es im Winter dazu? Der Blackout-Experte Herbert Saurugg hält dieses Szenario für wahrscheinlich.

Herbert Saurugg, der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Krisenvorsorge, warnt vor großen Stromausfällen in Europa. Das Verheerende: Solche Blackouts können Stunden und sogar Tage andauern.

Großstörungen immer wahrscheinlicher

Einen Blackout gab es sogar schon mal im Januar 2021. Dieser betraf jedoch nicht Deutschland.  Saurugg erklärt, dass damals das Umspannwerk Ernestinovo in Kroatien überlastet war und in weiten Teilen Europas die Lichter ausgegangen wären.

Ursache: Eine Kettenreaktion von unvorhergesehenen Ereignissen: Nach einer Überlastung schaltete das Werk aus Sicherheitsgründen ab – ebenso wie andere Umspannwerke, die zunächst eingesprungen waren. Dank Pumpspeicherkraftwerken, die zum Ausgleich Strom lieferten, kann es dann doch wieder zur schnellen Stromversorgung.

Ernestinovo dürfte in Zukunft kein Einzelfall bleiben. könnten häufiger Der Krisenexperte fürchtet: „Ich erwarte, dass solche Großstörungen auf jeden Fall zunehmen werden“. Grund hierfür wäre, dass die Stromhändler in Europa immer mehr Strom hin- und her schicken würden.

Europäische Sicherheitsmechanismen könnten nur greifen, solange sich nur Zwischenstationen abschalten. Wenn jedoch ein Kraftwerk betroffen ist, wird es viel schwieriger. Wahrscheinlich sind dann Stromausfälle.

Engpässe im Winter

Saurugg erwartet massive Engpässe im Winter. Vor allem wegen des Gasmangels, der Trockenheit und der geringen Reserven. Zusätzlich wird der Stromverbrauch ansteigen, weil viele von Gas- auf Elektroheizungen umgestiegen sind und Elektro-Autos immer beliebter werden.

Desto größer der Stromverbrauch wird und die Stromerzeugungskapazitäten gering bleiben, könne es problematisch werden.

Saurugg behauptet: „Wenn man sagt, das muss man kompensieren, muss man das über Stromrationierungen machen, also größere Regionen für einige Stunden abschalten“. Sehr wahrscheinlich werden im Winter in Europa größere regionale Flächenabschaltungen stattfinden. Besonders schlimm, da dieses Jahr auch ein kalter Winter prognostiziert wird.

Gasmangel bald Realität?

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) widerspricht jedoch Sauruggs Aussagen. Dieses hält einen Zusammenbruch des Stromnetzes für sehr unwahrscheinlich. Begründet wird das durch Deutschlands weltweit gesehen niedrige Quoten für lokale Stromausfälle. Das ganze System in Deutschland sei so geplant, dass immer eine Leitung ausfallen kann, ohne den Stromtransport zu behindern.

Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur, warnte stattdessen davor, dass Gas knapp werden könne. Und dass trotz der steigenden Füllstände der Gasspeicher. Müller verriet in der ZDF-Sendung „Maybritt Illner“: „Die alleine würden uns nicht durch einen Winter durchtragen, wenn es besonders kalt wird oder Putin das Gas komplett abdrehen sollte“.

Immer noch wird Gas auch verstromt, im Juli sogar mehr als in den Monaten zuvor. Deshalb fordert Müller Strom- und Gassparen auf.

Ratschläge des Bundesregierung

Auch die Bundesregierung hat Ratschläge für den Blackout veröffentlich. Falls die Prognosen zur Realität werden, ist es gut vorbereitet zu sein.

Empfohlen wird: „Wer einen Kamin oder Ofen hat, sollte einen Vorrat an Kohle, Briketts oder Holz angelegt haben. Prüfen Sie, ob die Installation einer alternativen Heizquelle in Ihrem Zuhause möglich ist.“

Wem das nicht möglich ist, soll wenigstens: „Mit warmer Kleidung und Decken die Heizung eine Zeit lang ersetzen. Wählen Sie möglichst einen Raum zum Aufenthalt und halten Sie die Türen geschlossen, damit Wärme nicht entweichen kann.“

Besonders besorgniserregend wäre nämlich die Heizsituation im Falle eines Blackouts.  

YY
Quellen: t-online.de, bbk.bund.de