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Schnee fehlt: Skigebiete in den Alpen kämpfen mit Schneemangel

Kleinere Skigebiete mussten pausieren, große nutzen Schneekanonen. Klimawandel beeinflusst Wintersport stark, dennoch hoffen alle auf weiße Weihnachten.

In der Schweiz gibt es teils deutlich weniger Schnee als im 30-jährigen Mittel.
Foto: Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa

Die Zeit um Weihnachten und den Jahreswechsel gilt in den Bergen als erster Höhepunkt der Wintersport-Saison. Doch es liegt vielerorts weniger Schnee als sonst. Worauf können sich Skifahrer einstellen, und wie gehen die Wintersportorte in Alpen-Ländern und in Tschechien mit dem zuletzt geringen Niederschlag um? Ein Überblick:

Österreich

Einige kleine Skigebiete in Österreich mussten in den letzten Tagen aufgrund von Schneemangel und zu hohen Temperaturen vorübergehend den Betrieb einstellen. Mittlerweile sind die Lifte wieder in Betrieb – Schneekanonen haben geholfen.

Großen Skizentren haben hingegen bereits vor Wochen künstlich erzeugten Schnee in Depots angelegt. Die meisten Liftanlagen seien deshalb offen, heißt es etwa in Saalbach-Hinterglemm. «Wenn es künstliche Beschneiung nicht geben würde, wäre es ganz, ganz schwierig mit dem Skisport», fasst Wolfgang Breitfuß, Tourismus-Chef von Saalbach, die Auswirkungen des Klimawandels zusammen. 

Schweiz

In vielen Schweizer Skigebieten gibt es teils deutlich weniger Schnee als im 30-jährigen Mittel. «Es herrscht relativ große Trockenheit», sagt Klimatologe Christoph Marty vom Institut für Schnee und Lawinenforschung in Davos. In Gebieten, die 2.500 Meter und höher liegen, gab es zuletzt Ende November bis zu 20 Zentimeter Schnee. Nach einer Zählung der Zeitung «Blick» sind erst rund ein Drittel der gut 1.800 Liftanlagen in Betrieb.

Die Karte des Instituts zeigt, dass in Skiorten wie Grindelwald, Lauterbrunnen, Davos, St. Moritz und Zermatt die Schneehöhe teilweise nur 30 bis 60 Prozent des langjährigen Durchschnitts erreicht. In den dazugehörigen Skigebieten ist die Situation besser. In einigen Höhenlagen sank die durchschnittliche Schneehöhe seit 1962 in jedem Jahrzehnt um rund acht Zentimeter.

Bayern

In den relativ niedrigen bayerischen Alpen ist das vorweihnachtliche Bild seit einigen Jahren dasselbe: eine dünn Schneedecke oberhalb von 2.000 Metern, ansonsten nur ein paar Schneeflecken. Die meisten Skigebiete befinden sich unter 2.000 Metern, aber dank künstlicher Beschneiung sind viele Pisten auch an diesem Wochenende befahrbar. Die Prognose für Weihnachten ist laut Deutschem Wetterdienst unsicher – es könnte schneien, muss aber nicht.

Italien

In Italien sind vielerorts in den Tälern die Hänge neben den mit Kunstschnee präparierten Pisten grün. «Die Situation ist leicht schlechter als in den Vorjahren», sagt Marco Zardini, Präsident der Liftgenossenschaft in Cortina d’Ampezzo, wo im Februar Wettkämpfe der Olympischen Winterspiele ausgetragen werden. Es habe wenig geschneit, und zuletzt sei es vergleichsweise warm gewesen. Doch nun soll es kälter werden, so dass wieder beschneit werden könne. Für die Olympischen Spiele sehe man keine Probleme.

«Die Situation ist nicht optimal, aber auch nicht dramatisch», sagt Christian Azzolini, Direktor der Liftgenossenschaft Arabba und Marmolata im Gebiet Dolomiti Superski. Man hoffe, bis Weihnachten alle Lifte und Pisten öffnen zu können. Vor einigen Tagen hatten sich an einem Lift an der Marmolata lange Schlangen gebildet. Rund 400 Skifahrer standen laut Azzolini an, um wieder ins Tal zu fahren, weil eine Piste wegen Schneemangels und somit wegen mangelnder Sicherheit geschlossen war.

Tschechien

Bisher sind nur wenige Pisten geöffnet. Einige Skigebiete in den tschechischen Mittelgebirgen haben jedoch das kalte Wetter Ende November genutzt, um die Schneekanonen einzuschalten. Cerna Hora im östlichen Riesengebirge verzeichnet eine Kunstschneedecke von etwa 40 bis 60 Zentimetern. In Spindleruv Mlyn (Spindlermühle), dem am meisten besuchten Bergort, sind es 25 bis 65 Zentimeter.

Der staatliche Wetterdienst CHMI schätzt die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten in einer Höhe von 600 und 800 Metern auf 40 bis 60 Prozent. In höheren Lagen liegt die Wahrscheinlichkeit bei über 80 oder 90 Prozent.

dpa