Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Winterwetter mit glatten Straßen – viele Unfälle

In Deutschland herrscht nach wie vor Winterwetter. Viele Straßen sind glatt – das hatte bereits mehrere tödliche Unfälle zur Folge. Wie sind die Aussichten für das Wochenende?

Artikel hören

Glätte hat auf der A44 eine Unfallserie ausgelöst.
Foto: Christian Müller/dpa

Das winterliche Wetter in Deutschland hält weiter an – viele Straßen sind glatt und gefährlich. Laut einer Sprecherin der Polizei Bielefeld sind am frühen Morgen drei Menschen bei einer Unfallserie aufgrund von Glätte auf der Autobahn 44 bei Paderborn ums Leben gekommen und mindestens elf wurden verletzt.

Um 1.30 Uhr meldeten mehrere Verkehrsteilnehmer der Polizei Unfälle aufgrund von Straßenglätte. Wie die Polizei weiter berichtete, ereignete sich ein Unfall zwischen einem Lastwagen und einem mit Papier beladenen Sattelaufleger. Der Sattelaufleger geriet in Brand. Der Fahrer des Lastwagens konnte laut Angaben nicht mehr aus dem Führerhaus gerettet werden und verstarb am Unfallort. Der andere Fahrer wurde ins Krankenhaus gebracht.

Laut Polizei hätten sich nach bisherigen Erkenntnissen in beiden Fahrtrichtungen aufgrund von Straßenglätte weitere 17 Unfälle mit Personen- und Sachschaden ereignet. Darunter sei mindestens ein weiterer Verkehrsunfall mit zwei Toten auf der Fahrbahn in Richtung Kassel.

Erneut Schulausfälle in Niedersachsen

Zudem haben Eisregen und extreme Glätte erneut zu Schulausfällen in Niedersachsen geführt, betroffen sind Schulen in Osnabrück, der Grafschaft Bentheim, im Emsland und im Landkreis Vechta. Am Morgen gab es in dem Gebiet viele Verkehrsunfälle, ein Polizeisprecher nannte die Lage auf den Straßen «katastrophal». Der Deutsche Wetterdienst warnte vor allem westlich der Weser am Freitagvormittag vor Regen oder Sprühregen, der auf gefrorenen Böden zu gefährlichem Glatteis werden kann.

Der Unterricht an den allgemeinbildenden Schulen in den betroffenen Landkreisen sowie in der Stadt Osnabrück wurde abgesagt. Laut Landkreis Osnabrück ist die Betreuung für alle Schülerinnen und Schüler, die trotz des Wetters zur Schule kommen, gesichert.

Auf den Straßen zeigt sich nach Angaben eines Sprechers der Polizei Osnabrück ein «massives Problem»: Seit den frühen Morgenstunden habe es vom Teutoburger Wald bis zu den Ostfriesischen Inseln mehrere Hundert Unfälle wegen Glätte gegeben, es sei «brandgefährlich». 

Nicht nur Deutschland betroffen

Es gab in Tschechien über 150 Verkehrsunfälle aufgrund von Glatteis. Viele Menschen stürzten auch auf den vereisten Gehwegen. In Südmähren hat der Rettungsdienst aufgrund der hohen Anzahl von Einsätzen einen Notfallplan aktiviert.

Es gab zeitweise Verkehrsbehinderungen auf mehreren Autobahnen. Die D5 (E50) bei Pilsen (Plzen) war vorübergehend gesperrt, nachdem ein Lastwagen gegen die Leitplanken gefahren war und Treibstoff ausgetreten war.

Wie wird das Wetter am Wochenende?

Das Wochenende wird winterlich – und teilweise glatt. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) vorhersagt, fällt am Samstag «eine Mischung aus Regen, gefrierendem Regen und Schnee». Der Sonntag wird trüb. Am Montag könnte es Neuschnee geben.

«Nur im Westen und Südwesten liegen die Temperaturen im positiven Bereich», sagt DWD-Meteorologe Marco Manitta über den Samstag. «Ansonsten herrscht vielerorts Dauerfrost.» Abends setzt in Südbayern leichter Schneefall ein, der sich nach Norden ausbreitet. «Dabei kann es auch zu gefrierendem Regen kommen», erklärt Manitta. «Auch in den übrigen Regionen besteht Glättegefahr durch überfrierende Nässe, da verbreitet frostige Temperaturen vorherrschen.»

Sonnenschein ist selten

Am Sonntag wird es an vielen Orten trüb sein, mit nur seltenem Sonnenschein. In der Regel bleibt es jedoch trocken, nur im Nordosten fällt vereinzelt etwas Schnee. Am Abend beginnt in Südbayern erneut leichter Schneefall, der sich in der Nacht zum Montag auf die Mitte und den Osten ausbreitet.

Ein Tiefdruckgebiet zieht von den östlichen Alpen nach Polen und verursacht Schneefälle am Montag, insbesondere in der Osthälfte Deutschlands. Lokal können laut DWD fünf bis zehn Zentimeter Neuschnee fallen.

«Noch ist unsicher, wie weit die Schneefälle nach Westen ausgreifen und wie intensiv sie ausfallen», sagte der Meteorologe. «In jedem Fall ist mit glatten Straßen zu rechnen.» Lediglich im äußersten Westen und Südwesten bleibe es «meist unspektakulär», da dort die Temperaturen überwiegend im positiven Bereich liegen.

dpa