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Wo ist Pawlos? Hunderte Einsatzkräfte suchen Sechsjährigen

In mittelhessischen Weilburg suchen Hunderte Einsatzkräfte nach dem vermissten Jungen. Die Beamten gehen davon aus, dass sich der Sechsjährige in einer hilflosen Lage befindet. Was ist bisher bekannt?

Auch eine Rettungshundestaffel ist im Einsatz.
Foto: Christian Lademann/dpa

Die Rufe der Mutter werden über Lautsprecher in die Straßen von Weilburg übertragen. Bunte Luftballons hängen an einer Brücke über der Lahn, in der Hoffnung, die Aufmerksamkeit des Kindes zu erregen: Doch von dem seit Dienstagmittag im mittelhessischen Weilburg vermissten sechsjährigen Pawlos fehlt weiterhin jede Spur. Mit einem Großaufgebot setzen die Einsatzkräfte ihre Suche nach dem Jungen fort.

Nach offiziellen Angaben der Polizei ist das Kind «autistisch veranlagt» und befindet sich vermutlich in einer hilflosen Lage. Der Sechsjährige sei räumlich nicht orientiert, sagte ein Polizeisprecher. Der Junge war am Dienstagmittag aus der Schule verschwunden. Noch in Hausschuhen soll er sich auf den Weg über eine Bundesstraße entlang bis zum Bahnhof gemacht haben. Dort wurde er noch einmal kurz gesehen, danach verliert sich seine Spur – trotz der großangelegten Suche Hunderter Einsatzkräfte. Seine Familie werde von Notfallseelsorgern betreut und stehe im Kontakt mit der Polizei. 

Viele Bürger und Einsatzkräfte beteiligen sich an Suche

Eine große Anzahl von Einsatzkräften und Helfern nahm an der Suche nach dem Kind teil. Beteiligt waren eine Rettungshundestaffel, die Wasserschutzpolizei, ein Hubschrauber und eine Reiterstaffel. Insgesamt waren etwa 300 Polizisten, Feuerwehrleute und weitere Einsatzkräfte an der Suchaktion beteiligt, einschließlich 33 Suchhunde. Die Polizei betonte die wichtige Unterstützung der Bevölkerung.

In der Kleinstadt mit 13.000 Einwohnern und darüber hinaus führt der Fall zu einer Welle der Hilfsbereitschaft. Der Suchaufruf des Bürgermeisters wird tausendfach in sozialen Netzwerken geteilt. Es gibt viele Hinweise, die alle von der Polizei verfolgt werden. Am Abend seines Verschwindens machten sich zahlreiche Menschen mit Taschenlampen auf die Suche nach dem Sechsjährigen.

Auch bundesweit wird nach dem Jungen gesucht

Ein Polizeisprecher gab an, dass es bisher keine konkreten Hinweise zum Aufenthaltsort des Jungen gebe. Die Suche erstrecke sich auf die Weilburger Kernstadt sowie auf Randgebiete. Ein Telefon stehe für mögliche Hinweise aus der Bevölkerung zur Verfügung.

Die Polizei hatte bereits am Tag zuvor klargestellt, dass es sich wahrscheinlich nicht um einen Kriminalfall handelt. Ein Polizeisprecher sagte, dass sie weiterhin nicht von einem Verbrechen ausgehen, da es Hinweise darauf gibt, dass das Kind eigenständig das Schulgelände verlassen hat.

Nachdem das Kind zuletzt am Vortag am Bahnhof gesehen wurde, vermutet der Bürgermeister von Weilburg, Johannes Hanisch (CDU), zwei mögliche Szenarien: Das Kind könnte sich in der Stadt verstecken oder auch mit einem Bus oder Zug aus Weilburg abgereist sein. Aus diesem Grund wird bundesweit nach dem Jungen gesucht, wie die Polizei mitteilte. Dafür werden unter anderem Videos aus öffentlichen Verkehrsmitteln analysiert.

Aber es gibt auch andere Strategien, um das Kind zurück nach Hause zu bringen – zum Beispiel die Stimme der Mutter: Ihr Rufen wird aufgezeichnet und über Lautsprecher in den Straßen Weilburgs übertragen, in der Hoffnung, dass Pawlos Vertrauen fasst und sich zeigt. Auch mit bunten Luftballons soll der Junge angesprochen werden – sie werden zum Beispiel auf einer Brücke über der Lahn aufgehängt, um einen farblichen, kindlichen Impuls zu setzen, wie es heißt.

dpa