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Deutsche Politiker und ihre kontroversen Aussagen

Von der Suche nach Mehrheiten bis zur Kritik an der Migrationspolitik – die Debatten des Jahres.

Aufreger-Sätze fielen auch 2025. (Symbolbild)
Foto: Kay Nietfeld/dpa

Einiges wird nicht vergessen, einiges hat Diskussionen angestoßen: Zehn Zitate zeigen, was Deutschland und die Welt in diesem Jahr bewegt hat.

«Das Tor zur Hölle können wir noch gemeinsam schließen.»

 

Der damalige Vorsitzende der SPD-Fraktion, Rolf Mützenich, fordert die Unionsfraktion von Kanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU) am 31. Januar im Bundestag auf, Mehrheiten in der Mitte des Parlaments zu suchen. Er bezeichnet es als einen «Sündenfall», dass zwei Tage zuvor die Union mit Hilfe der AfD einen rechtlich nicht bindenden Antrag zur Verschärfung der Migrationspolitik im Bundestag durchgesetzt hatte.

«Jetzt darf auch mal Rambo Zambo im Adenauer-Haus sein.»

Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU) freut sich am 23. Februar über seinen Sieg bei der Bundestagswahl und spielt auf einen Song des Entertainers Stefan Raab an. Dieser hatte ein Musik-Video mit Merz-Zitaten aus dem Wahlkampf veröffentlicht, darunter die Formel «Rambo Zambo» – eine Abwandlung von «Ramba Zamba».

«Sie haben die Karten nicht in der Hand.»

US-Präsident Donald Trump beschuldigt den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am 28. Februar bei einem Treffen im Oval Office der Undankbarkeit. Bei dem Gespräch, an dem auch Trumps Stellvertreter J.D.Vance teilnimmt, kommt es in Washington vor laufenden Kameras zu einem beispiellosen Eklat.

«Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht für uns alle.»

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) beantwortet am 16. Juni in einem ZDF-Interview am Rande des G7-Gipfels im kanadischen Kananaskis die Frage der Moderatorin Diana Zimmermann, in dem er ihr Wort «Drecksarbeit» aufgreift. Seine Äußerungen über die israelischen Angriffe auf den Iran werden vielfach kritisiert.

«Der Bundestag ist ja nun kein Zirkuszelt.»

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) stellt sich am 1. Juli in der ARD-Talkshow «Maischberger» hinter den Kurs von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU), zum Christopher Street Day (CSD) am 26. Juli keine Regenbogenfahne auf dem Reichstagsgebäude zu hissen. Die Fahne steht für die Vielfalt und das Miteinander, das am CSD gefeiert wird.

«Eure Englischlehrerin und Euer Sportlehrer werden heiraten.»

US-Superstar Taylor Swift und NFL-Spieler Travis Kelce verkünden am 26. August in einem gemeinsamen Instagram-Post ihre Verlobung. Kelce kniet in einem romantischen Garten vor Swift, wie auf einer Reihe von Fotos zu sehen ist. Damit bestätigen sie, was viele Fans weltweit gehofft hatten. Die Beziehung der beiden Stars begann im Sommer 2023.

«Der Krieg ist zu Ende.» 

US-Präsident Donald Trump äußert dies am 12. Oktober mehrmals gegenüber Journalisten in der Air Force One auf dem Weg in den Nahen Osten. Trotz des erfolgreichen Abschlusses der Verhandlungen über ein Friedensabkommen im Gaza-Krieg ist der Republikaner zuversichtlich. Trump hatte vermittelt zwischen Israel und der islamistischen Hamas.

«Aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem.»

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wird am 15. Oktober in Potsdam auf das Erstarken der AfD angesprochen. Er sagt unter anderem, dass man frühere Versäumnisse in der Migrationspolitik korrigiere. Der Bundesinnenminister sei dabei, in großem Umfang auch Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen. Die «Stadtbild»-Äußerung bestimmt wochenlang den politischen Diskurs.

«Das crazy!»

Am 18. Oktober landet die Allzweckfloskel bei einer Abstimmung zum Jugendwort des Jahres knapp auf dem ersten Platz. Es wird verwendet, wenn etwas krass erscheint, man sprachlos ist oder keine Lust auf eine richtige Antwort hat. Obwohl «crazy» schon lange von Jugendlichen verwendet wird, ist der elliptische Gebrauch – also «das crazy» ohne Verb – relativ neu. In der Abstimmung folgen dahinter «goonen» und «checkst du».

«Hier können wirklich kaum Menschen richtig würdig leben.»

Der Außenminister Johann Wadephul (CDU) war am 30. Oktober bei einem Besuch in einem Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus schockiert über die Zerstörung. Ein solches Ausmaß hat er bisher noch nicht persönlich gesehen. Wadephul zweifelt daran, dass eine große Anzahl syrischer Flüchtlinge kurzfristig freiwillig zurückkehren wird. In der Union wird er dafür teilweise heftig kritisiert.

dpa