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Zeuge: Vater der Block-Kinder sollte hohe Geldsumme erhalten

Er führte das Team, das die Kinder der Unternehmerin Christina Block entführt haben soll. Doch zuvor will der Zeuge einen Versuch für eine gütliche Einigung zwischen den Eltern unternommen haben.

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Der mutmaßliche Entführer sagt bereits zum fünften Mal aus.
Foto: Georg Wendt/dpa Pool/dpa

Der vermeintliche Entführer der Block-Kinder gab an, dass er vor der gewaltsamen Rückholung der Kinder vom Wohnort des Vaters in Dänemark mit einem Plan zur gütlichen Einigung gescheitert sei. Ein Zeuge, der Geschäftsführer eines israelischen Sicherheitsunternehmens, berichtete vor dem Landgericht Hamburg, dass er einen Elf-Punkte-Plan vorgelegt habe, der auch eine hohe Geldzahlung an den Vater Stephan Hensel beinhaltet habe.

«Ich habe angeboten, Herrn Hensel für die Zeit zu bezahlen, die die Kinder bei ihm waren – und zwar rückwirkend», sagte der 68-Jährige auf Englisch laut Übersetzung. In seinem Notizbuch findet sich der Vermerk «100.000 Dollar».

«Viele Spannungen und Emotionen zwischen den Parteien»

Er habe den mitangeklagten Familienanwalt der Blocks gebeten, Hensel den Plan für eine Einigung zu unterbreiten, sagte der Geschäftsmann. Dieser habe damit jedoch in Dänemark keinen Erfolg gehabt. Damals habe es «viele Spannungen und Emotionen zwischen den Parteien» gegeben – insbesondere «persönliche Emotionen» zwischen dem Gründer der Steakhaus-Kette, Eugen Block, dem Familienanwalt und Hensel.

Christina Blocks Ex-Mann hatte die Kinder nach einem Wochenendbesuch in Dänemark im August 2021 nicht zurückgebracht. Die Mutter wird beschuldigt, nach einem langwierigen Sorgerechtsstreit die Entführung der Kinder in der Silvesternacht 2023/24 nach Deutschland in Auftrag gegeben zu haben. Sie leugnet die Anschuldigungen.

Der Leiter des israelischen Sicherheitsunternehmens wird beschuldigt, die Entführung der beiden jüngsten Block-Kinder organisiert und durchgeführt zu haben. Er war auch Gegenstand eines Haftbefehls, der bis vor einigen Wochen ausgestellt wurde. Die Ermittlungsbehörden gewährten ihm sicheres Geleit für seine freiwillige Aussage. Er ist jedoch nicht einer der sieben Angeklagten im aktuellen Prozess.

dpa