Der deutsche Meister steht nach einem spannenden Spiel im Europa League Finale, nachdem sie dank eines Eigentors und einem späten Ausgleich ins Endspiel eingezogen sind.
Triple-Traum lebt: Bayer Leverkusen erreicht Europapokal-Endspiel

Es sind nur noch zwei Finals bis zum Triple: Nach einer überraschenden Zitterpartie mit zwei Video-Elfmeter hat Bayer Leverkusen dank eines Eigentors zum dritten Mal ein Europapokal-Endspiel erreicht.
Der deutsche Meister ist auf dem besten Weg, eine bereits historische Saison zu krönen. Das Team von Trainer Xabi Alonso, das seit Mitte April erstmals als Meister feststeht, zog durch das 2:2 (0:1) gegen die AS Rom ins Endspiel der Europa League ein. Leverkusen hatte 1988 den UEFA-Cup gewonnen. Im Jahr 2002 standen die Rheinländer im Champions-League-Finale, das sie mit 1:2 gegen Real Madrid verloren.
Dank des späten Ausgleichs von Josip Stanisic (90.+7) blieb die eindrucksvolle Serie der Leverkusener auch nach dem 0:2-Rückstand im 49. Pflichtspiel der Saison ungeschlagen. Zum krönenden Abschluss einer bemerkenswerten Saison bestreiten sie nun innerhalb von vier Tagen gleich zwei Finals. Drei Tage nach dem europäischen Endspiel gegen Atalanta Bergamo in Dublin steht in Berlin das DFB-Pokalfinale gegen Zweitligist 1. FC Kaiserslautern an.
Wirtz und Boniface auf der Bank
Bayer war zwar überlegen, aber Leandro Paredes glich das Ergebnis des Hinspiels mit einem Foulelfmeter (43.) und einem Handelfmeter (66.) aus. Das Eigentor von Gianluca Mancini (83.) brachte Bayer schließlich nach Dublin und ermöglichte eine erfolgreiche Revanche nach dem Halbfinal-Aus im Vorjahr gegen die Roma.
Wirtz saß überraschend zunächst auf der Bank. Nachdem er am Sonntag in Frankfurt (5:1) geschont wurde, verkündete Alonso am Mittwoch, dass der Offensivspieler komplett fit sei. Auch der zweite Torschütze im Hinspiel, Robert Andrich, saß anfangs draußen. Roms Trainer Daniele De Rossi brachte drei neue Spieler mit Bundesliga-Erfahrung: Die Leverkusener Leihgabe Sardar Azmoun, den Ex-Frankfurter Evan N’Dicka und den früher in Leipzig und Hoffenheim spielenden Angelino.
Die Römer begannen vorsichtig, aber es entwickelte sich dennoch ein hitziges Spiel. In der 19. Minute kam es zu einer ersten Rudelbildung, die drei Gelbe Karten zur Folge hatte, davon zwei gegen die Römer. Nach 28 Minuten kamen noch zwei weitere hinzu.
Leverkusen verpasst Tor trotz Chancenwucher
Bereits in der vierten Minute hätte Romelu Lukaku eine frühe Chance für die Gäste gehabt, aber Leverkusens Pokal-Torhüter Matej Kovar schnappte ihm den Ball weg. Danach dominierte eigentlich nur Bayer. Exequiel Palacios, der Andrich vertrat, prüfte Roma-Keeper Mile Svilar (15.) und traf sogar den Pfosten (29.). Adam Hlozek, der Wirtz ersetzte, wurde in letzter Sekunde von Gianluca Mancini geblockt (23.). Den Rest hielt Svilar stark gegen Granit Xhaka (25.), Jeremie Frimpong (32.) und Amine Adli sowie Hlozek (39.).
Bis zur 40. Minute deuteten 15:3 Torschüsse und 6:0 Ecken nicht auf eine römische Aufholjagd hin. Doch dann fiel völlig unerwartet und unverdient das 0:1. Tah zog seinen ehemaligen Kollegen Azmoun im Strafraum unnötig am Arm, was zu einem Elfmeter führte, den Paredes sicher verwandelte.
Wieder in der Nachspielzeit: Werkself verlängert Rekord
Die Leverkusener zeigten sich nach der Pause erholt, nachdem der Schock bis zur Halbzeitpause deutlich spürbar war. Das Spiel sah nach dem Seitenwechsel genauso aus wie zuvor. Dennoch gelang es Bayer vorerst nicht, ein Tor zu erzielen. Adli verfehlte knapp (54.), Jonas Hofmann (59.) und Hlozek (61.) scheiterten erneut an Svilar. Obwohl sie immer noch in Führung lagen, rückte die Werkself fast zu weit auf. Die Roma bekam nun auch Chancen durch Konter, Kovar musste gegen Azmoun (55.) und Stephan El Shaarawy (57.) eingreifen. Der Elfmeter nach einem Handspiel von Hlozek kam dennoch überraschend – genauso wie das Eigentor von Mancini. Stanisic sorgte in der Nachspielzeit für den Beginn der Party auf den Tribünen.








