Hier finden Sie die Tonspuren, zu meinen wöchentlich auf YouTube erscheinenden spieltheoretischen Analysen. Oft kontrovers, aber immer gut begründet. Wenn Sie keine Podcast-Folge verpassen wollen, abonnieren Sie gern diesen Kanal. Zudem würde ich mich freuen, wenn Sie auch meinen YouTube Kanal „Prof. Dr. Christian Rieck“ abonnieren, falls Sie dies nicht schon gemacht haben. Wenn Ihnen mein Content gefällt, so zeigen Sie dies der Welt und mir gerne mit einer entsprechenden Sterne Bewertung.
Vorgestellt: Prof. Dr. Christian Rieck Podcast

Hören Sie jetzt die neuesten Folgen von Vorgestellt: Prof. Dr. Christian Rieck Podcast
358. Erbschaftssteuer: Es trifft auch Sie! Angriff auf den Mittelstand – Prof Rieck
Zum Webinar über spieltheoretisches Verhandeln:
https://www.rieck-verlag.de/verhandlungsinfo
Kanalmitglied werden:
https://www.youtube.com/channel/UCSExr_QUT6h-4sGW5hGjrCA/join
Sorry für die Salbe (falls sie Ihnen aufgefallen ist).
STOPP: Bitte schicken Sie keine Mails an meine Uni-Adresse! Diese Adresse ist ausschließlich für dienstliche Angelegenheiten vorgesehen.
► WEITERE INFORMATIONEN VON TEAM RIECK:
Aus spieltheoretischer Sicht ist die Erbschaftsteuer ein klassisches Konkurrenzproblem zwischen Staaten. Nationalstaaten agieren als Spieler in einem globalen, nicht-kooperativen Wettbewerb um mobiles Kapital. Unterschiedliche Steuerregime lassen sich daher als strategische Standortentscheidungen interpretieren.
1. Österreich und Schweden – Abschaffung als Signal
Durch die komplette Abschaffung der Erbschaftsteuer eliminieren diese Länder administrative Reibungsverluste und vermeiden kostspielige Umgehungsstrategien. Spieltheoretisch positionieren sie sich als „sicherer Hafen“ für Kapital. Die Kalkulation: Langfristige Standortattraktivität und bessere Kapitalallokation überkompensieren kurzfristige fiskalische Verluste – ein Effekt, der empirisch gestützt wird.
2. USA – das Schwellenwert-Problem
Mit Freibeträgen von über 13 Mio. Dollar pro Person bleibt die Steuer für rund 99 % der Bevölkerung irrelevant, was politische Stabilität schafft. Für sehr große Vermögen führen Grenzsteuersätze von bis zu 40 % jedoch zu einem strategischen Wettrüsten. Ein erheblicher Teil des ökonomischen Mehrwerts wird in Steuervermeidung und Beratung umgeleitet statt produktiv eingesetzt.
3. Frankreich – das redistributive Hochdruckmodell
Niedrige Freibeträge und hohe Progression erhöhen den Anreiz zum Exit. Übersteigt die steuerliche Belastung den wahrgenommenen Nutzen staatlicher Leistungen, werden Abwanderung oder geografische Diversifikation rational. Der Staat reagiert mit immer schärferen Kontrollen, was ein ineffizientes Gleichgewicht erzeugt.
Deutschland
Der deutsche Mittelweg – Verschonungsregeln für den Mittelstand bei gleichzeitigen Umverteilungszielen – erzeugt strategische Unsicherheit. Ein stabiles Gleichgewicht in der Steuerpolitik erfordert klare, einfache Anreizstrukturen statt komplexer Ausnahmetatbestände.
► WEITERES VON CHRISTIAN RIECK:
Instagram: https://www.instagram.com/profrieck/
X/Twitter: https://x.com/profrieck?s=21
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/profrieck
#profrieck #erbschaft #steuern
Hinweis: Die angegebenen Links können Affiliate-Links sein, bei denen ich eine Provision bekomme. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Haftungsausschluss: Dies ist ein Bildungskanal, kein Finanz- oder Medizinkanal. Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind weder finanzieller noch medizinischer Rat oder persönliche Empfehlung.
357. Jahresrückblick: Wieso Politiker lügen und die Presse ihren Job nicht mehr macht (Commitment-Problem) – Prof Rieck
Zum Webinar über spieltheoretisches Verhandeln:
https://www.rieck-verlag.de/verhandlungsinfo
Das erwähnte Buch „Die 36 Strategeme der Krise“:
Print: https://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B089CZ3Y6R/ref=nosim/christianriec-21
Als Hörbuch: https://payhip.com/b/4nBZl
Kanalmitglied werden:
https://www.youtube.com/channel/UCSExr_QUT6h-4sGW5hGjrCA/join
► WEITERE INFORMATIONEN VON TEAM RIECK:
In der spieltheoretischen Analyse von Kommunikation – sogenannten Signaling Games – ist ein Signal nur dann informativ, wenn es für den Sender Kosten verursacht, die untrennbar mit Qualität oder Wahrheitsgehalt verbunden sind (Costly Signaling). Genau dieser Mechanismus ist in der heutigen Medienlandschaft weitgehend kollabiert und wurde durch einen Dauerzustand von Cheap Talk ersetzt.
Das Scheitern des Separating-Gleichgewichts
In funktionierenden Informationsmärkten entsteht ein Separating-Gleichgewicht: Seriöse Akteure setzen ihre Reputation als Einsatz ein und skandalisieren nur dann, wenn reale Missstände vorliegen. Falschmeldungen wären für sie langfristig zu teuer.
Die moderne Aufmerksamkeitsökonomie hat diese Logik jedoch umgedreht. Die Grenzkosten für Empörung sind nahezu null, während Klick-Erträge sofort realisiert werden. Unter diesen Bedingungen ist es rational, jedes Ereignis maximal aufzublasen. Wird Empörung billig, verliert sie ihren Informationswert.
Signalinflation und Babbling Equilibrium
Die Folge ist eine klassische Signalinflation. Wenn ein banaler Versprecher medial gleich behandelt wird wie ein systemischer Skandal, kollabiert der Signal-Rausch-Abstand.
Spieltheoretisch resultiert dies in einem Babbling Equilibrium: Signale werden zwar permanent gesendet, tragen aber keine Information mehr über die Realität. Der Empfänger erkennt das Muster und hört auf zuzuhören. Das mediale Dauergeschrei wird zur Hintergrundstrahlung.
Strategische Konsequenzen
Das gesellschaftliche Paradoxon: Diese permanente Skandalisierung schützt jene Akteure, die eigentlich kontrolliert werden sollen. In einer Welt, in der alles Skandal ist, existiert kein wirksamer Skandal mehr. Relevante Fehlentwicklungen verschwinden im Rauschen der nächsten Empörungswelle.
Für politische Entscheider sinken damit die Kosten von Fehlverhalten – sie können darauf vertrauen, dass es im Informationslärm untergeht.
► WEITERES VON CHRISTIAN RIECK:
Instagram: https://www.instagram.com/profrieck/
X/Twitter: https://x.com/profrieck?s=21
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/profrieck
#profrieck #2025 #deutschland
Hinweis: Die angegebenen Links können Affiliate-Links sein, bei denen ich eine Provision bekomme. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Haftungsausschluss: Dies ist ein Bildungskanal, kein Finanz- oder Medizinkanal. Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind weder finanzieller noch medizinischer Rat oder persönliche Empfehlung.
356. ADAC will höhere Spritpreise. Was steckt dahinter? – Prof Rieck
Anmeldung zum Webinar über spieltheoretisches Verhandeln:
https://www.rieck-verlag.de/verhandlungsinfo
Interview mit dem ADAC:
https://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/sprit-teurer-machen-adac-wirbt-fuer-co2-preis-4965313
Die 36 Strategeme der Krise:
Print: https://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B089CZ3Y6R/ref=nosim/christianriec-21
Als Hörbuch: https://payhip.com/b/4nBZl
Kanalmitglied werden:
https://www.youtube.com/channel/UCSExr_QUT6h-4sGW5hGjrCA/join
STOPP: Bitte schicken Sie keine Mails an meine Uni-Adresse! Diese Adresse ist ausschließlich für dienstliche Angelegenheiten vorgesehen.
► WEITERE INFORMATIONEN VON TEAM RIECK:
Die Debatte um die Neupositionierung des ADAC ist ein lehrreiches Beispiel für die spieltheoretische Analyse institutioneller Transformation. Um scheinbar widersprüchliche Positionen zu verstehen, müssen die Anreizstrukturen betrachtet werden, die Mitglieder und Führungseliten steuern.
Exit, Voice und Loyalty
Nach Albert O. Hirschman stehen unzufriedene Mitglieder vor drei Optionen: Exit (Austritt), Voice (interner Widerspruch) und Loyalty (Loyalität). Exit sendet ein starkes Signal, eliminiert aber jeden Einfluss. Voice ist kostspielig, Loyalty stabilisiert bestehende Machtverhältnisse. Strategisch kann eine Führung den Exit unbequemer Kritiker sogar begünstigen, um internen Widerstand zu reduzieren.
Marsch durch die Institutionen
Was als ideologische Unterwanderung erscheint, folgt oft einer Opportunitätslogik: In Institutionen mit fremder Grundausrichtung ist die Konkurrenz um Führungspositionen geringer. So kann mit begrenzten Ressourcen disproportionaler Einfluss gewonnen werden.
Der pivotale Spieler und der Medianwähler
Macht entsteht dort, wo Pattsituationen entschieden werden. Wer sich nahe am gesellschaftlichen Median positioniert, bleibt verhandlungsfähig. Der Wandel des ADAC vom Autoclub zum Mobilitätsakteur folgt genau dieser Logik: Anschlussfähigkeit ist strategisch wertvoller als ideologische Reinheit.
CO₂-Bepreisung als Second-Best-Strategie
Die Unterstützung einer CO₂-Bepreisung ist weniger ideologisch als ökonomisch rational. Preismechanismen minimieren gesamtwirtschaftliche Vermeidungskosten und gelten oft als zweitbeste Lösung, um härtere Verbote zu verhindern und technologische Offenheit zu bewahren.
► WEITERES VON CHRISTIAN RIECK:
Instagram: https://www.instagram.com/profrieck/
X/Twitter: https://x.com/profrieck?s=21
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/profrieck
#profrieck #adac
Hinweis: Die angegebenen Links können Affiliate-Links sein, bei denen ich eine Provision erhalte. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Haftungsausschluss: Dies ist ein Bildungskanal, kein Finanz- oder Medizinkanal. Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind weder finanzieller noch medizinischer Rat oder persönliche Empfehlung.
355. So hat uns Frankreich ausgetrickst: Ukraine Kredit über 90 Milliarden (Verhandlungstechniken) – Prof Rieck
Anmeldung zum Gratis-Webinar über spieltheoretisches Verhandeln:
► https://www.rieck-verlag.de/verhandlungsinfo
Informatives Buch zu strategischem Handeln:
Die 36 Strategeme der Krise
Print: https://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B089CZ3Y6R/ref=nosim/christianriec-21
Als Hörbuch: https://payhip.com/b/4nBZl
Kanalmitglied werden:
/ @profrieck
► WEITERE INFORMATIONEN VON TEAM RIECK:
Die Transformation der Haftungsarchitektur – Eurobonds und Moral Hazard
Aus spieltheoretischer Sicht verändert die schleichende Einführung von Gemeinschaftsschulden (Eurobonds) die Anreizstrukturen der EU grundlegend. In nationalen Anleihensystemen fungieren Zinssätze als Preissignale für fiskalische Disziplin. Sie zwingen Staaten, die Kosten eigener Risikoentscheidungen selbst zu tragen.
Mit gesamtschuldnerischer Haftung wird dieses Signal verzerrt. Es entsteht ein Common-Pool-Problem: Die Kreditwürdigkeit stabiler Länder wird als kollektives Gut genutzt, wodurch für andere der Anreiz zur Haushaltsdisziplin sinkt. Die Kosten expansiver Fiskalpolitik werden sozialisiert, während politische Gewinne lokal verbleiben. Deutschland gibt damit ein zentrales Stabilitätsinstrument auf und akzeptiert faktisch eine Transferunion, was langfristig zu Kapitalfehlallokation führt.
Institutionelle Integrität und Reputation als strategisches Kapital
Die Debatte um die Nutzung russischer Vermögenswerte bei Institutionen wie Euroclear berührt die Grundlagen internationaler Kooperation. In wiederholten Spielen ist Reputation das entscheidende Kapital, um kooperative Gleichgewichte zu sichern. Clearingstellen fungieren als neutrale Knotenpunkte globalen Vertrauens, basierend auf dem Schutz von Eigentumsrechten – unabhängig von politischen Konflikten.
Die politische Verwertung dieser Vermögenswerte markiert einen Wechsel von Kooperation zu Defektion. Kurzfristige Vorteile stehen langfristigem Vertrauensverlust gegenüber. Globale Akteure wie China oder Indien antizipieren höhere politische Risiken und werden Reserven in alternative Systeme verlagern. Damit fördert die EU finanzielle Fragmentierung und schwächt den Euroraum als sicheren Hafen.
Zeitinkonsistenz und steigende politische Risiko-Prämien
Die Erosion der Rechtssicherheit ist ein klassischer Fall von Zeitinkonsistenz. Was heute opportun erscheint, untergräbt die Glaubwürdigkeit künftiger Zusagen. Für Investoren bedeutet das höhere politische Risiko-Prämien. Investitionen in Europa werden teurer, da Unsicherheit über die Stabilität der Spielregeln eingepreist wird.
Wer Eigentumsrechte im laufenden Spiel relativiert, zerstört Berechenbarkeit. Dies beschleunigt den Aufstieg alternativer Abrechnungssysteme (z. B. BRICS-Initiativen). Langfristig riskieren europäische Entscheidungsträger, für kurzfristige fiskalische Entlastung geopolitische Relevanz und institutionelle Stärke zu opfern – ein klassischer Fall strategischer Kurzsichtigkeit, bei dem die Kosten im „Schatten der Zukunft“ die heutigen Gewinne übersteigen.
► WEITERES VON CHRISTIAN RIECK:
○ Instagram: / profrieck
○ Twitter: / profrieck
○ LinkedIn: / profrieck
#profrieck #europe #ukraine
Hinweis: Die angegebenen Links können Affiliate-Links sein.
Haftungsausschluss: Dies ist ein Bildungskanal, kein Finanz- oder Medizinkanal. Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind kein finanzieller oder medizinischer Rat.








