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2023 erneut Rekorderlös aus Emissionshandel

Der Staat hat wieder viel Geld aus dem Verkauf von CO2-Zertifikaten eingenommen. Der Erlös ist deutlich gestiegen. Das Geld fließt in den Klima- und Transformationsfonds.

Die nationalen Zertifikate sind teurer geworden. 2024 kosten sie 45 Euro je Tonne. 2025 soll der Preis dann auf 55 Euro steigen.
Foto: Federico Gambarini/dpa

Im vergangenen Jahr erhielt Deutschland erneut eine Rekordsumme von rund 18,4 Milliarden Euro aus dem Verkauf von Kohlendioxid-Verschmutzungsrechten, wie die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) in Berlin bekannt gab. Dies entspricht einer Steigerung von etwa 40 Prozent im Vergleich zu 2022. Die DEHSt ist eine Einrichtung des Umweltbundesamtes.

Den Angaben zufolge war das nationale Emissionshandelssystem für Wärme und Verkehr der Hauptgrund dafür. Es wurden deutlich mehr Zertifikate verkauft als 2022, was zu einem Anstieg der Einnahmen um 67 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro führte. Die Einnahmen aus dem europäischen Emissionshandel stiegen um zwölf Prozent auf 7,7 Milliarden Euro.

Einnahmen fließen in Klima- und Transformationsfonds

Das Geld wird komplett in den Klima- und Transformationsfonds (KTF) geleitet, aus dem Maßnahmen zur Energiewende und zum Klimaschutz finanziert werden. Laut Bundesregierung werden mit dem Geld unter anderem die energetische Sanierung von Gebäuden, die Dekarbonisierung der Industrie sowie der Ausbau erneuerbarer Energien, Elektromobilität und Ladeinfrastruktur gefördert.

Laut Handelsstelle ist der deutliche Anstieg der verkauften Zertifikate im nationalen Handel nicht auf gestiegene Emissionen im Verkehrs- und Gebäudebereich zurückzuführen. Vorläufigen Schätzungen zufolge werden die Emissionen für 2023 im Vergleich zu 2022 sinken. Der Anstieg ist vielmehr auf den großen Nachholbedarf der Unternehmen zurückzuführen. Nach der Entscheidung der Politik, den CO2-Preis im Jahr 2023 nicht zu erhöhen, haben sie den Kauf ihrer Zertifikate auf 2023 verschoben. Der Festpreis betrug in den Jahren 2022 und 2023 einheitlich 30 Euro pro Zertifikat.

«Die CO2-Bepreisung über den Emissionshandel ist ein entscheidender Hebel, um die gesetzlichen Klimaziele zu erreichen», betonte der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner. In Deutschland seien bereits über 85 Prozent der Emissionen vom Emissionshandel erfasst. Dies setze maßgebliche Impulse für den klimaschonenden Umbau der Gesellschaft.

UBA-Präsident fordert zügige Einführung des Klimageldes

«Entscheidend ist, dass die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung vollständig für eine aktive sozial- und wirtschaftspolitische Flankierung der klimaneutralen Transformation eingesetzt werden», sagte Messner weiter. Messner forderte in diesem Zusammenhang erneut eine zügige Einführung des von der Koalition geplanten Klimageldes, «um einen Ausgleich für die privaten Haushalte auch bei weiter steigenden CO2-Preisen sicherzustellen».

Um den Klimawandel einzudämmen, soll die Bepreisung von Kohlendioxid einen Anreiz für Wirtschaft und Verbraucher schaffen, weniger fossile Brennstoffe zu nutzen. Kraftwerke, große Industrieanlagen und der innereuropäische Luftverkehr müssen europäische Emissionsberechtigungen erwerben und pro Tonne CO2-Zertifikat an die Emissionshandelsstelle abgeben. Diese Verschmutzungsrechte können sie unter anderem bei Versteigerungen an der Energiebörse in Leipzig erwerben. Die verfügbare Menge an Berechtigungen wird jährlich reduziert, um die Emissionen schrittweise stärker zu begrenzen.

Europäische Zertifikate Schnitt 83,66 Euro

Die Preise für die europäischen Zertifikate sind in den letzten Jahren gestiegen. Im Durchschnitt kostete ein Zertifikat im Jahr 2020 knapp 25 Euro pro Tonne CO2, während es im Jahr 2023 durchschnittlich 83,66 Euro kostete. Der Höchstpreis der Zertifikate betrug im vergangenen Jahr 101,25 Euro.

Neben dem europäischen Emissionshandel (EU-ETS), der seit 2005 läuft, wurde im Jahr 2021 ein nationales Emissionshandelssystem (nEHS) eingeführt. Das Ziel der sogenannten CO2-Abgabe ist es, den klimaschädlichen CO2-Ausstoß in den Bereichen Wärme und Verkehr zu reduzieren. Anfangs waren nur die Hauptbrennstoffe Benzin, Diesel, Heizöl, Flüssig- und Erdgas Teil des nEHS bis zum Jahr 2022. Ab dem Jahr 2023 werden auch alle anderen fossilen Brennstoffe wie Kohle einbezogen. Ab dem Jahr 2024 wird die Abgabe auch auf die Verbrennung von Abfällen erhoben. Die Kosten werden von Gaslieferanten oder Unternehmen der Mineralölindustrie getragen, die diese dann an die Verbraucher weitergeben.

Die Preise für nationale Zertifikate sind gestiegen. Ab dem Jahr 2024 betragen sie 45 Euro pro Tonne. Im Jahr 2025 soll der Preis dann auf 55 Euro steigen.

dpa