Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

41 Generalsanierungen bis 2031: Bauprogramm der Bahn beginnt

Die vielbefahrene Verbindung Frankfurt-Mannheim ist marode und sorgt bundesweit für Probleme im Zugverkehr. Nun wird sie von Grund auf saniert. Und nicht nur dort wird gebaut.

Ab diesem Montag (15. Juli) wird die Bahnstrecke zwischen Mannheim und Frankfurt für Bauarbeiten voll gesperrt. (Archivbild)
Foto: Andreas Arnold/dpa

Unmittelbar nach dem Ende der Fußball-Europameisterschaft beginnt die Deutsche Bahn mit dem größten Sanierungsprogramm für die Infrastruktur seit Jahrzehnten. Ab Montagabend um 23.00 Uhr wird die wichtige Bahnstrecke zwischen Frankfurt und Mannheim monatelang gesperrt. Die sogenannte Riedbahn ist die erste von 41 Strecken, die bis 2031 umfassend modernisiert werden sollen. Außerdem ist die ICE-Schnellfahrstrecke zwischen Köln und Frankfurt von Dienstag bis Mitte August aufgrund von Bauarbeiten gesperrt – es handelt sich jedoch nicht um eine Generalsanierung.

Wissing: Kein Grund, warum Generalsanierungen nicht klappen sollten

Die Bahn setzt in die 41 Generalsanierungen große Hoffnungen. Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) äußerte sich zuversichtlich, dass das Programm gelingen kann. «Es ist gut vorbereitet, die Kapazitäten sind bei der Bauindustrie vorhanden, die Materialien sind da. Also es gibt keinen Grund, warum das nicht klappen sollte», sagte Wissing dem «Deutschlandfunk». Etwa die Bauindustrie äußerte zuletzt Zweifel, dass die Generalsanierungen wie geplant gelingen werden.

Zum Start der Modernisierung der Riedbahn, einer der wichtigsten Strecken in Deutschland, werden pro Tag mehr als 300 Züge im Regional-, Fern- und Güterverkehr befördert – jedoch gab es zuletzt täglich eine Störung. Bis Mitte Dezember werden Gleise, Oberleitungen, Signale und Weichen erneuert. Danach soll mehrere Jahre lang Baufreiheit herrschen.

«Die Riedbahn ist so etwas wie eine verstopfte Hauptschlagader in einem Organismus. Die wird jetzt abgeklemmt, saniert, und danach funktioniert das System besser», sagte Wissing. 

Reise von Köln nach Mannheim wegen weiterer Baustelle besonders schwierig

In den nächsten fast vier Wochen wird auch die ICE-Schnellfahrstrecke zwischen Köln und Frankfurt gesperrt. Die Strecke bleibt ab Dienstag geschlossen.

Bis zum 12. August müssen sich Reisende nach Bahnangaben auf Zugausfälle und Verspätungen zwischen 40 und 90 Minuten einstellen. Da die Züge umgeleitet werden, entfallen die Halte Siegburg/Bonn, Montabaur und Limburg Süd. Sie seien mit Bus-Ersatzverkehr erreichbar. In den vier Wochen sollen entlang der Strecke 70 Kilometer Gleise und 13 Weichen erneuert werden.

Verband: 2024 steigen Investitionen in Schiene deutlich 

Wissing bemängelte, dass in den letzten Jahren zu wenig Geld in die Sanierung der Bahn investiert wurde. Dies wird durch neue Zahlen des Lobbyverbands Allianz Pro Schiene bestätigt: Im Jahr 2023 beliefen sich die Pro-Kopf-Investitionen in die Schiene in Deutschland auf 115 Euro – nur einen Euro mehr als 2022.

«Der leichte Zuwachs der Investitionen hat bei weitem nicht ausgereicht, um die Steigerungen der Baupreise auszugleichen», sagte dazu Andreas Geißler, Leiter Verkehrspolitik bei dem Verband. Für das laufende Jahr rechnet Geißler mit einem großen Sprung auf 174 bis 215 Euro.

Riedbahn-Kosten höher als ursprünglich geplant

Seit 2005 ermittelt die Allianz Pro Schiene die jährlichen Pro-Kopf-Investitionen in die Schieneninfrastruktur für Deutschland und zahlreiche weitere Länder, unterstützt von der Unternehmensberatung SCI Verkehr. Seit 2014 ist ein kontinuierlicher Anstieg der Investitionen in Deutschland zu verzeichnen. Im Jahr 2021 erreichten die Pro-Kopf-Investitionen den Rekordwert von 124 Euro – wobei eine Eigenkapitalerhöhung für die Deutsche Bahn enthalten war. Im Jahr 2014 betrugen die Pro-Kopf-Investitionen in die Schiene in Deutschland noch 49 Euro.

Nach den aktuellen Informationen belaufen sich die Kosten für die Generalsanierung der Riedbahn auf 1,3 Milliarden Euro – ein Betrag, der deutlich höher ist als zunächst gedacht. Die nächste Generalsanierung ist für August 2025 auf der Strecke Hamburg – Berlin geplant. Diese wird sogar neun Monate dauern.

dpa