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60.000 Kündigungen: ADAC-Verkehrspräsident tritt ab

In einem Interview hatte Hillebrand die CO2-Bepreisung, die Sprit verteuert als «richtiges Instrument» bezeichnet. Es folgten Empörung und eine Kündigungswelle, nun ist er zurückgetreten.

Nach knapp sieben Jahren als Verkehrspräsident des ADAC legt Gerhard Hillebrand sein Amt nieder. (Archivbild)
Foto: Thomas Frey/dpa

Nach einem Interview gibt der ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand sein Amt aufgrund einer Austrittswelle ab. Er übernimmt die Verantwortung für den Reputationsschaden, wie der Verkehrsclub mitteilt.

Hintergrund sind rund 60.000 Kündigungen im Zusammenhang mit einem Interview Ende 2025 in der «Neuen Osnabrücker Zeitung», in dem sich Hillebrand positiv über die CO2-Bepreisung geäußert hatte, die Benzin und Diesel teurer macht. Zuvor hatte die «Bild-Zeitung» über den Rücktritt und die Zahl der Kündigungen berichtet.

Konkret hatte Hillebrand in dem Ende Dezember veröffentlichten Interview mit der «NOZ» gesagt: «Der ADAC hält die CO2-Bepreisung für ein richtiges Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Die Leute brauchen den Anreiz, um auf klimaschonende Alternativen zum Diesel und Benziner umzusteigen.» Es sei aber richtig, sich dabei Zeit zu lassen und Preisspitzen zu verhindern, «zumal eine Preiserhöhung nur dann positiv wirkt, wenn auch ausreichend Möglichkeiten bestehen, diese mit alternativen Angeboten zu vermeiden».

Bedauern über Ärger und verlorene Glaubwürdigkeit

Dies führte laut ADAC «zu erheblichen Irritationen bei Mitgliedern sowie zahlreichen Beschwerden und Kündigungen». Hildebrand bedauere, dass seine Äußerungen Mitglieder verunsichert und verärgert sowie Glaubwürdigkeit gekostet hätten. Er sei zur Überzeugung gekommen, «dass es im Interesse des ADAC und seiner Glaubwürdigkeit richtig ist, daraus persönliche Konsequenzen zu ziehen». Sein Verantwortungsbereich wird kommissarisch von ADAC-Technikpräsident Karsten Schulze übernommen.

Der Verein bedauere, «dass so viele Mitglieder den ADAC aus Verärgerung verlassen haben», sagte eine Sprecherin. «Um Mitglieder, die enttäuscht wurden, werden wir intensiv werben.» Allerdings habe man alleine im Januar auch mehr als 100.000 Mitglieder neu gewinnen können – das entspreche dem Vorjahresniveau. 

Eine genaue Bewertung, ob der ADAC derzeit mehr Mitglieder gewinnt als verliert, ist anhand dieser Zahlen jedoch nicht möglich: Es gibt zusätzliche Kündigungen aus anderen Gründen und Kündigungen werden erst nach einer bestimmten Frist wirksam. In den letzten Jahren hatte der ADAC stets Zuwächse auf Jahresbasis verzeichnet.

Der Preis für CO2 erhöht die Kosten für Benzin und Diesel. Die aktuelle Stufe, die zu Jahresbeginn in Kraft getreten ist, führt zu einer zusätzlichen Belastung von bis zu drei Cent pro Liter.

dpa