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6,7 Prozent Wochenplus: Notierungen für Brent und WTI steigen rasant

Ölpreis-Schock! Die Preise auf dem Weltmarkt schießen plötzlich in die Höhe und erreichen den höchsten Stand seit Monaten. Die Entwicklung könnte auch für Autofahrer und Verbraucher teuer werden. Droht jetzt die nächste Preisexplosion an den Tankstellen?

Ölpreis schießt auf höchsten Stand seit April – Brent erreicht 117 Dollar
Bildquelle: Fredrick F. auf Unsplash

Im historischen Rückblick markierten die internationalen Energiemärkte im Frühjahr mit rund 120 US-Dollar je Fass ihren bisherigen Jahresrekord, woraufhin eine vorübergehende Beruhigung der Märkte einsetzte. Verglichen mit jener sommerlichen Entspannungsphase bewegt sich das globale Preisniveau nun wieder auf Werten, wie sie zuletzt Ende April beziehungsweise im März registriert worden waren. Über die vergangenen Handelstage hinweg bauten die Rohstoffkontrakte ihre Gewinne kontinuierlich aus und vollendeten damit die dritte Zuwachswoche in ununterbrochener Folge. Über die gesamte Handelswoche summierten sich die Aufschläge am Rohstoffmarkt auf annähernd 6,7 Prozent.

Freitäglicher Kurssprung treibt Referenzsorten nach oben

Am Freitag verstärkte sich diese Aufwärtsbewegung merklich, als die Leitnotierungen erhebliche Zugewinne verbuchten und die Marke von 116 US-Dollar hinter sich ließen. Die europäische Referenzsorte Brent verteuerte sich im Tagesverlauf um 3,54 Prozent und erreichte in der Spitze 117,18 US-Dollar, was umgerechnet etwa 104,27 Euro entspricht. Parallel dazu verzeichnete auch das US-Pendant West Texas Intermediate (WTI) signifikante Aufschläge und kletterte auf 103,22 US-Dollar, umgerechnet circa 91,83 Euro. Ausschlaggebend für die plötzliche Verteuerung sind gehäufte Zwischenfälle und kriegerische Spannungen im Mittleren Osten:

  • Saudi Aramco veranlasste am Donnerstag eine Räumung der Firmenzentrale in Dhahran an der Ostküste Saudi-Arabiens, nordwestlich von Bahrain, infolge der Gefechte zwischen Saudi-Arabien und jemenitischen Huthi-Rebellen.
  • Vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate bei Umm Al Quwain entdeckten Behörden einen unklaren Ölteppich, während Angriffe auf Seefahrzeuge die Handelsrisiken vergrößern.
  • In Libyen führten geschlossene Pipelineventile zu Produktionsdrosselungen auf zwei Förderfeldern.

Geopolitische Brennpunkte und Druck auf die Geldpolitik

Ein zentraler Gefahrenherd bleibt nach Einschätzung von Marktbeobachtern die Straße von Hormus, über die erhebliche Mengen des weltweiten Rohöls verschifft werden. Im Falle einer Ausweitung der Feindseligkeiten unter Beteiligung des Iran könnten dortige Blockaden das globale Angebot empfindlich verknappen. Die Furcht vor Versorgungsengpässen löst bereits spürbare Schockwellen an den Finanzplätzen aus. An der New Yorker Wall Street dominierte zuletzt eine gedrückte Stimmung, da rasant teurere Energieträger die Inflation erneut befeuern könnten.

Infolgedessen geraten die Währungshüter unter Handlungsdruck. Analysten erwarten, dass die US-Notenbank Federal Reserve ihren Leitzins am kommenden Mittwoch vorerst in der Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent belässt. Zuvor hatte die Fed den Satz im September erstmals seit drei Jahren angehoben, um der Teuerung entgegenzuwirken. An den Börsen mehren sich jedoch Spekulationen über einen weiteren Zinsschritt im Dezember. Auch bei der Europäischen Zentralbank gilt nach den Erhöhungen im Juni und September eine zwischenzeitliche Pause als wahrscheinlich, obgleich die Teuerungsraten im Währungsraum hartnäckig hoch bleiben.

Ausblick auf Heizölpreise und Tankstellenkosten

Die Konsequenzen der Börsenrally drohen mittelbar auf private Haushalte durchzuschlagen. Höhere Notierungen an den Terminmärkten dürften sich zeitverzögert an den Zapfsäulen bei den Kraftstoffpreisen für Benzin und Diesel niederschlagen. Allerdings bestimmen neben den Rohstoffpreisen auch Raffineriekapazitäten, Steuern, Wechselkursrelationen zum US-Dollar sowie die Nachfrageentwicklung den tatsächlichen Betrag an den Tankstellen. Parallel dazu müssen Verbraucher mit steigenden Rechnungen für Heizöl rechnen, sollten die Einkaufspreise für Rohöl auf dem aktuellen Niveau verharren. Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich davon ab, ob die regionalen Kampfhandlungen im Nahen Osten weiter eskalieren und größere Fördermengen dauerhaft ausfallen.


Quellen: Bild, WirtschaftsWoche

Bildquelle: Bildquelle: Fredrick F. auf Unsplash

Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.

TS