Bei der großen Schau der Lebensmittelbranche in der Hauptstadt heißt es an zehn Tagen wieder: kosten, trinken, informieren. Der Branchentreff zum Beginn des Jahres soll auch Stadt und Land verbinden.
Grüne Woche gestartet – Sichere Ernährung im Blick

Pistazien-Croissants, Preiselbeer-Schorle oder Kartoffelwaffeln – und Kälber in der Tierhalle: Bei der Ernährungsmesse Grüne Woche in Berlin können Besucherinnen und Besucher bis 25. Januar Spezialitäten kosten und sich über Lebensmittel und Landwirtschaft informieren. Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) sagte beim traditionellen Rundgang, die Messe sei «ein Erfolgsrezept» als Leistungsschau der Branche. Es gehe auch darum zu zeigen, dass es keinen Widerspruch zwischen ländlichen und urbanen Regionen gebe.
In den Hallen unter dem Funkturm präsentieren sich bei der 90. Ausgabe der Grünen Woche rund 1.600 Aussteller aus 50 Ländern. Die Veranstalter erwarten 325.000 Besucher. Im vergangenen Jahr standen in der Tierhalle wegen des Auftretens der Maul- und Klauenseuche nur Attrappen, jetzt sind Kühe, Pferde und Schafe wieder zu sehen. Die Messe feiert ihr 100-jähriges Bestehen, sie fand erstmals im Februar 1926 statt.
Preise und schwierige Marktbedingungen
In diesem Jahr werden Themen wie die Preise für Lebensmittel und die Ernährungssicherung in Zeiten internationaler Spannungen diskutiert. Rainer betonte, dass es wichtig ist, die Ernährungssicherung zukunftsfähig und resilient zu gestalten. Kai Wegner, der Regierende Bürgermeister von Berlin (CDU), hob hervor, dass eine gute und gesunde Ernährung auch in der Großstadt und in ganz Deutschland eine wichtige Rolle spielt.
Der Eröffnungsrundgang startete in der Halle Mecklenburg-Vorpommerns, das Partnerland der diesjährigen Grünen Woche ist. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sagte: «Wir reden viel über Sicherheit, äußere Sicherheit und innere Sicherheit, aber die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln ist genauso wichtig.» Die Ernährungs- und Landwirtschaft in Deutschland stehe für 250.000 Betriebe, 1,6 Millionen Beschäftigte und 500 Milliarden Euro Jahresumsatz.
Kampf gegen Hunger auf der Welt
Die Vorsitzende der Länder-Agrarministerinnen und -minister, Bayerns Ressortchefin Michaela Kaniber, forderte angesichts schwieriger Bedingungen der Bauern Entlastungen für die Branche. Es gelte, die Landwirte zu «entfesseln». Ernährungssouveränität sei «oberstes Gebot der Stunde», mahnte die CSU-Politikerin mit Blick auf Handelskonflikte und fragile Lieferketten.
Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) sagte bei der Eröffnung des Messestandes ihres Ressorts: «Es sind immer noch viel zu viele Menschen weltweit von Hunger betroffen, insbesondere Kinder.» Das Ministerium startete zur Grünen Woche mit Partnern ein Unterstützungsprogramm für regelmäßige Schulmahlzeiten in Afrika, Asien, Lateinamerika und der Karibik.
Demo und internationale Ministerkonferenz
An diesem Samstag wollen anlässlich der Grünen Woche wieder mehrere Tausend Menschen in Berlin für eine umwelt- und tiergerechte Landwirtschaft auf die Straße gehen. Zu der Demonstration unter dem Motto «Wir haben es satt!» hat ein Bündnis aus rund 60 Initiativen aufgerufen. Sie werfen der schwarz-roten Bundesregierung Rückschritte in der Agrarpolitik vor. Unter der Überschrift «Bürokratieabbau» werde die Axt an Umwelt und Tierschutz gelegt.
Am Samstag werden bei einer internationalen Agrarministerkonferenz am Rande der Messe Regierungsvertreter aus rund 60 Ländern erwartet, Gastgeber ist Minister Rainer. Der Fokus liegt auf dem weltweiten Zugang zu sauberem Wasser.








