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Führende Technologieanbieter vereinen sich gegen manipulative KI-Inhalte bei Wahlen

20 Unternehmen, darunter Adobe, Amazon, Google, IBM, Meta, Microsoft, OpenAI, TikTok und X (Twitter), verpflichten sich zur Zusammenarbeit, um schädliche KI-Inhalte bei politischen Wahlen zu erkennen und zu bekämpfen.

Google-Chef Sundar Pichai nimmt an der Münchner Sicherheitskonferenz teil. Tech-Giganten haben ein Abkommen gegen Wahlmanipulationen durch Künstliche Intelligenz geschlossen.
Foto: Tobias Hase/dpa

Führende Technologieanbieter haben das Ziel, zu verhindern, dass politische Wahlen weltweit von Inhalten beeinflusst werden, die von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt wurden. Während der Münchner Sicherheitskonferenz haben sich Vertreter von 20 Unternehmen – darunter Adobe, Amazon, Google, IBM, Meta, Microsoft, OpenAI, TikTok und X (Twitter) – dazu verpflichtet, zusammenzuarbeiten, um schädliche KI-Inhalte besser identifizieren und bekämpfen zu können.

Die Tech-Anbieter haben insbesondere KI-generierte Audio-, Video- und Bilddateien im Fokus, welche das Aussehen oder die Stimme von politischen Kandidaten, Wahlhelfern und anderen wichtigen Akteuren einer demokratischen Wahl täuschend imitieren oder verändern. Zudem zielt die Initiative darauf ab, digitale Inhalte zu bekämpfen, die den Wählern falsche Informationen über den Zeitpunkt, den Ort und die Art der Wahlen vermitteln.

Telefonroboter mit «Bidens Stimme»

Besonders in den USA, wo am 5. November unter anderem die Präsidentschaftswahl stattfindet, gibt es bereits umfangreiche Erfahrungen mit manipulativen KI-Inhalten im aktuellen Wahlkampf. Kürzlich hatte ein Telefonroboter bei den Vorwahlen in New Hampshire die Menschen mit der Stimme von Präsident Joe Biden dazu aufgefordert, ihre Stimme nicht abzugeben. Die von einer KI erzeugte Stimme war kaum von der tatsächlichen Stimme des US-Präsidenten zu unterscheiden.

Christoph Heusgen, der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, äußerte sich wie folgt: „Wahlen sind das pulsierende Herz der Demokratien.“ Er betonte, dass die Vereinbarung ein wichtiger Schritt sei, um die Integrität von Wahlen zu fördern, die gesellschaftliche Resilienz zu stärken und vertrauenswürdige technologische Praktiken zu etablieren.

Microsoft-Präsident: Werkzeuge sollen nicht zu Waffe bei Wahlen werden

Kent Walker, President Global Affairs bei Google, erklärte: «Wir dürfen es nicht zulassen, dass ein digitaler Missbrauch die Chancen der Künstlichen Intelligenz bedroht, unsere Volkswirtschaften zu verbessern, neue Arbeitsplätze zu schaffen und den Fortschritt in Gesundheit und Wissenschaft voranzutreiben.» Microsoft-Präsident Brad Smith meinte, während die Gesellschaft die Vorteile der KI nutze, stünden die Unterzeichner der Vereinbarung in der Verantwortung, dafür zu sorgen, dass diese Werkzeuge nicht zu einer Waffe bei Wahlen würden.

Im Rahmen des Abkommens beabsichtigen die beteiligten Unternehmen, ihre KI-Modelle neu zu bewerten, um die Risiken zu verstehen, die sie in Bezug auf betrügerische Wahlinhalte darstellen könnten. Gleichzeitig wollen die Unternehmen Bemühungen unterstützen, das öffentliche Bewusstsein für diese Herausforderung zu schärfen. Darüber hinaus möchten die Unterzeichner die Medienkompetenz und die Widerstandsfähigkeit der gesamten Gesellschaft fördern.

dpa