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Alarmierende Füllstände: Deutschlands Gasspeicher nur zur Hälfte gefüllt

Die Gasspeicher in Deutschland sind mit nur 50 Prozent gefüllt, was die niedrigsten Werte seit Jahren erreicht. Das Wirtschaftsministerium fordert Händler zur Einspeicherung auf, während Experten vor möglichen Problemen im Winter warnen.

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Wirtschaftsministerium setzt wegen niedriger Gasvorräte auf Händler
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Der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland liegt aktuell bei nur 50 Prozent, was den niedrigsten Wert in den letzten Jahren darstellt. Diese besorgniserregende Situation hat das Bundeswirtschaftsministerium sowie die Bundesnetzagentur veranlasst, die Verantwortung der Wirtschaft zu betonen. Eine Sprecherin des Ministeriums bemerkte, dass die Lage genau verfolgt wird, besonders im Kontext geopolitischer Entwicklungen, und forderte die Gashändler auf, aktiv Gas einzuspeichern.

Klaus Müller, der Präsident der Bundesnetzagentur, äußerte sich ebenfalls besorgt über die unzureichenden Füllstände. Er wies darauf hin, dass die deutschen Gasspeicher in diesem Jahr die 50-Prozent-Marke 50 Tage später erreicht haben als im Vorjahr. Müller betonte, dass die Gashändler ihrer Verantwortung gegenüber den Kunden im Hinblick auf den bevorstehenden Winter gerecht werden müssen.

Obwohl die geringen Füllstände der Gasspeicher nicht sofort zu einem Mangel führen sollten, müssen potenzielle Preiserhöhungen beachtet werden. In der Regel kaufen Händler Gas im Sommer, wenn die Preise günstig sind, um es im Winter zu verkaufen. Momentan ist der Einkauf jedoch unattraktiv, da geopolitische Spannungen, insbesondere durch den Iran-Konflikt, einen Anstieg der Preise zur Folge haben.

Gemäß den gesetzlichen Vorgaben sollten die Gasspeicher bis zum 1. November zu 80 Prozent gefüllt sein, wobei einige Ausnahmen existieren. Der Branchenverband FNB-Gas hat jedoch betont, dass dieses Ziel kaum noch erreichbar sei, selbst wenn täglich bis zu 1,2 TWh Gas eingespeichert werden könnten, was der höchste je verzeichnete Wert ist. Aktuell liegen die Einspeicherungen jedoch deutlich darunter.

Eine Wiederholung der Versorgungskrise von 2022 wird voraussichtlich ausbleiben. Deutschland bezieht Gas mittlerweile aus diversen Quellen, was die Stabilität der Situation verbessert. Fast die Hälfte des Gasbedarfs kommt aus Norwegen, während zusätzlich Pipeline-Gas aus Frankreich und Belgien geliefert wird. Auch Flüssigerdgas (LNG), größtenteils aus den USA, wird über die deutschen Terminals importiert.

Die Bundesnetzagentur hat auf ihrer Webseite betont, dass die Gasversorgung in Deutschland stabil bleibt und die Versorgungssicherheit gewährleistet ist. Es sei genügend Gas auf dem Weltmarkt verfügbar, und es existieren verschiedene Importmöglichkeiten.

Innerhalb der Bundesregierung wird über die Einrichtung einer staatlichen Gasreserve nachgedacht, die etwa 24 TWh umfassen soll. Allerdings hat die Linksfraktion Ministerin Katherina Reiche kritisiert. Der energiepolitische Sprecher Jörg Cezanne warnte, dass es riskant sei, in einer unsicheren Weltmarktsituation auf einen milden Winter oder funktionierende LNG-Märkte zu vertrauen, um die unzureichend gefüllten Speicher zu kompensieren.

Michael Kellner, ein Politiker der Grünen, wies auf mögliche Schwierigkeiten beim Befüllen der Gasspeicher hin. Er erinnerte an einen Vorfall des vergangenen Jahres, als ein LNG-Terminal wegen Eisbildung in der Ostsee mehrere Wochen außer Betrieb war.

Fachleute äußern Besorgnis über die anhaltend niedrigen Füllstände und die möglichen Probleme eines langen, kalten Winters. Juraj Papcun, Betreiber eines Gasspeichers, erklärte, dass bei extrem kalten Temperaturen wie im Winter 2010 Schwierigkeiten zu erwarten wären, während eine durchschnittliche Winterperiode mit den aktuellen Füllständen möglicherweise überstanden werden könnte.

Im Falle eines Gasmangels könnte es notwendig sein, zusätzliches Gas zu höheren Preisen zu erwerben, was die Situation weiter verkomplizieren würde.


Quellen: tagesschau, BR

Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.

TS