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Allianz meldet Rekordgewinne trotz schwacher Konjunktur

Preiserhöhungen und Dividendenerhöhung treiben Allianz zu Rekordgewinnen, trotz enttäuschter Börse.

Allianz-Chef Oliver Bäte spricht von einem «sehr, sehr erfolgreichen Jahr» 2023.
Foto: Sven Hoppe/dpa

Deutschlands größter Versicherungskonzern Allianz verzeichnet trotz schwacher Konjunktur in vielen Teilen der Welt Rekordgewinne. Wie der Münchner Dax-Konzern mitteilte, stieg das operative Ergebnis im vergangenen Jahr um 6,7 Prozent auf 14,7 Milliarden Euro.

Preiserhöhungen spielten eine wichtige Rolle, indem die Allianz die Kosten der Inflation an die Kunden weitergab. Der Gewinn, der auf die Aktionäre entfiel, stieg sogar um ein Drittel auf 8,5 Milliarden Euro. Daher plant die Allianz, die Dividende pro Aktie in diesem Jahr um 21 Prozent auf 13,80 Euro zu erhöhen.

Vorstandschef Oliver Bäte sprach von einem «sehr, sehr erfolgreichen Jahr» und sagte, der Konzern habe die mit Abstand stärkste Marke der Branche. Die Entwicklung des Börsenkurses ist eine der Prioritäten des Vorstands. Bäte hatte neben der Dividendenerhöhung eine zweite Botschaft, die den Finanzmarkt erfreuen sollte: Künftig will der Konzern, der weltweit gut 150.000 Menschen beschäftigt, regelmäßig 60 Prozent seines Gewinns ausschütten – statt wie bisher die Hälfte.

Aktienkurs sinkt

Die Reaktion der Börse war dennoch enttäuscht: Bis zur Mittagszeit fiel der Kurs der Allianz-Aktie in Frankfurt deutlich, obwohl der Dax insgesamt stieg. In den letzten zwölf Monaten waren die Allianz-Papiere stark angestiegen.

Die Prognose für dieses Jahr fällt eher vorsichtig aus: Bäte und die neue Finanzvorständin Claire-Marie Coste-Lepoutre stellten 14,8 Milliarden Euro operativen Gewinn in Aussicht, mit der üblichen Spanne von plusminus einer Milliarde. Der Mittelwert wäre zwar kaum mehr als im vergangenen Jahr, der Vorstand peilt jedoch die obere Hälfte an: «Das lässt viel Spielraum für Übererfüllung», sagte Coste-Lepoutre.

Ärgernis Kfz-Versicherung

Bäte betonte, dass alle «drei Zylinder» des Allianz-Geschäfts gut gelaufen seien: die Schaden- und Unfallversicherung, Lebens- und private Krankenversicherung sowie die Vermögensverwaltung. Die Schaden- und Unfallsparte steigerte ihr Ergebnis um vergleichsweise bescheidene 1,6 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Das lag unter anderem an der Inflation, die die Reparaturkosten für Autos und Gebäude in neue Höhen trieb.

Vor allem die Kfz-Versicherung ist für viele Versicherer derzeit eher Ärgernis als Freude: «In der Autoversicherung hatten wir absurde Preiserhöhungen bei Ersatzteilen und Reparaturkosten. Wir haben einige Werkstätten, die 300 Euro pro Stunde für die Reparatur eines Elektroautos verlangen», klagte Bäte. «Das ist es, was wirklich die Preise treibt, nicht die Profite der Versicherer.» In vielen europäischen Märkten mache die Kfz-Versicherung Verluste.

2,2 Billionen Euro angelegt

Das Rekordergebnis war hauptsächlich auf die Leben/Gesundheit-Sparte zurückzuführen, die allein ihr operatives Ergebnis von 4,2 Milliarden auf 5,2 Milliarden Euro steigern konnte. Abgesehen vom Versicherungsgeschäft zählt die Allianz auch zu den international großen Vermögensverwaltern: Ende 2023 hatte der Konzern insgesamt 2,2 Billionen Euro fremder und eigener Gelder angelegt. Das war zwar etwas mehr als ein Jahr zuvor, doch der operative Gewinn ging von 3,2 Milliarden auf 3,1 Milliarden zurück. Ursache waren Wechselkurseffekte. Der schwächere Dollar trübte auch die Finanzanlageergebnisse anderer Konzerne.

dpa