US-Präsident Donald Trump behauptet, seine Zölle erhöhten nicht die US-Inflation, sondern machten das Land reicher. Amazon sieht jedoch, dass die Preise für Amerikaner dadurch schrittweise klettern.
Amazon-Chef: Zölle lassen US-Preise allmählich steigen

Die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trumps lässt Amazon-Chef Andy Jassy zufolge die Verbraucherpreise in den Vereinigten Staaten allmählich steigen. Der weltgrößte Online-Händler und die auf der Plattform aktiven Händler hätten im vergangenen Jahr zwar erhebliche Warenbestände aufgebaut, bevor die Zölle in Kraft traten, sagte Jassy dem TV-Sender CNBC beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Diese Reserven seien jedoch im Herbst ausgegangen. Damit «kriechen» die Zölle nun auch in die Preise einiger Waren, wie er es formulierte.
Jassy beschränkte sich darauf zu sagen: „Einige Händler erhöhten die Preise für die Verbraucher, während andere die zusätzlichen Kosten selbst übernahmen, um die Nachfrage nach ihren Produkten zu steigern.“
Amazon selbst versuche stets, die Preise so niedrig wie möglich zu halten. Allerdings seien im Einzelhandelsgeschäft mit den traditionell niedrigen Margen die Optionen «nicht endlos», sagte der Amazon-Chef. «Wenn bei den Leuten die Kosten um zehn Prozent steigen, gibt es nicht viele Stellen, an denen man das auffangen kann.»
Deutsche Forscher: Amerikaner zahlen für Zölle
Die Warnungen von Wirtschaftsexperten, dass letztlich US-Verbraucher die Kosten der Zölle tragen würden, wurden von der Regierung Trump stets abgelehnt. Der Präsident und seine Minister behaupten weiterhin, dass es keine zusätzliche Inflation durch die Abgaben gebe. Stattdessen würden die Zölle die USA reich machen und Investitionen in die heimische Produktion fördern, so das Weiße Haus.
Forscher des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel stellten in einer diese Woche veröffentlichten Studie fest, dass die Zölle die amerikanische Wirtschaft belasten, nicht die ausländischen Exporteure. Laut über 25 Millionen Lieferdatensätzen mit einem Gesamtwert von fast vier Billionen US-Dollar (3,44 Billionen Euro) tragen nur etwa 4 Prozent der Zolllast ausländische Lieferanten, während 96 Prozent auf US-Käufer abgewälzt werden.








