Mit der Digitalisierung in Deutschland geht es voran? Bald sollen zumindest Verträge nicht ausschließlich in Schriftform unterschrieben werden können.
Ampel einigt sich auf digitale Arbeitsverträge

Arbeitgeber müssen nach dem Willen der Ampel-Koalition künftig nicht mehr die Bedingungen ihrer Arbeitsverträge in Papierform mit Unterschrift an zukünftige Mitarbeiter aushändigen. Die Fraktionen von SPD, Grünen und FDP haben angekündigt, dass ein entsprechender Passus in den Gesetzentwurf zur Bürokratieentlastung aufgenommen wird. Anstelle der Schriftform für die Vertragsbedingungen wird künftig die Textform ausreichen. Dadurch ist es möglich, den Abschluss eines Arbeitsvertrags vollständig per E-Mail durchzuführen.
Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) schrieb in einem Brief an die von der Neuregelung betroffenen Verbände: «Konkret soll im Nachweisgesetz künftig der Nachweis der wesentlichen Vertragsbedingungen in Textform ermöglicht werden, sofern das Dokument für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zugänglich ist, gespeichert und ausgedruckt werden kann und der Arbeitgeber einen Übermittlungs- und Empfangsnachweis erhält.» Nur wenn Arbeitnehmer dies verlangten, müsse der Arbeitgeber ihnen einen schriftlichen Nachweis zur Verfügung stellen. Laut Buschmann sollen auch Arbeitnehmer-Überlassungsverträge künftig per E-Mail abgeschlossen werden können.
«Die Regelungen werden den Alltag erleichtern und gleichzeitig Rechtssicherheit und die Interessen der Beschäftigten garantieren», sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic. Durch die jetzt gefundene Lösung werde Bürokratie reduziert, gleichzeitig aber sichergestellt, dass im Streitfall beweisfeste Dokumente eingefordert werden könnten, betonte Katja Mast (SPD).
Bürokratieabbau werde «ein Dauerbrenner dieser Legislaturperiode» sein, versprach Buschmann. Das Kabinett hatte vergangene Woche ein Bürokratieentlastungsgesetz IV auf den Weg gebracht. Es muss im Bundestag und Bundesrat noch abschließend beraten und beschlossen werden. Der Gesetzentwurf sieht unter anderem eine Verkürzung der Aufbewahrungsfristen für Rechnungskopien, Kontoauszüge, Lohn- und Gehaltslisten von zehn auf acht Jahre vor.
Die Meldepflicht für deutsche Staatsangehörige bei einem Hotelaufenthalt wird aufgehoben. In vielen Bereichen des Bürgerlichen Gesetzbuches soll die Textform zukünftig die Schriftform ersetzen.








