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Analyse: Festgeldzinsen gesunken

Angesichts rückläufiger Inflationsraten dürften die Euro-Währungshüter die Leitzinsen in diesem Jahr senken. Viele Sparer bekommen das schon zu spüren.

Der Rückgang der Sparzinsen hat sich einer Auswertung zufolge seit Jahresbeginn beschleunigt.
Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Laut einer Analyse des Vergleichsportals Verivox, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, hat sich der Rückgang der Sparzinsen seit Jahresbeginn beschleunigt. Erstmals seit Sommer 2023 erhalten Sparerinnen und Sparer im Schnitt wieder weniger als 3 Prozent Zinsen für Festgeld mit längerer Laufzeit.

Wer derzeit 10.000 Euro für zwei Jahre fest anlegt, erhält bei bundesweit tätigen Banken durchschnittlich 2,99 Prozent Zinsen (Stichtag: 7. Februar). Laut Angaben handelt es sich um den niedrigsten Stand seit Juli 2023. Anfang November boten die analysierten Institute durchschnittlich 3,39 Prozent Zinsen an. Im Januar waren es 3,24 Prozent.

Auch für Festgeld, das für fünf Jahre angelegt wird, bieten Geldhäuser mit durchschnittlich 2,69 Prozent erstmals seit Juli wieder weniger als 3 Prozent Zinsen in Erwartung von Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank. Bei einer Laufzeit von einem Jahr sind es laut Angaben im Schnitt 3,15 Prozent.

Regionale Banken zahlen im Durchschnitt immer noch niedrigere Zinsen. Kunden der Sparkassen erhalten im Schnitt 2,18 Prozent, wenn sie Geld für zwei Jahre fest anlegen. Bei den regionalen Genossenschaftsbanken erhalten Sparer durchschnittlich 2,22 Prozent.

Bei einem Festgeldkonto wird Geld für eine festgelegte Zeit angelegt. Während dieser Zeit haben Sparer keinen Zugriff auf ihr Geld, weshalb die Zinsen in der Regel höher sind als beim Tagesgeld. Banken können ihre Konditionen während der Laufzeit nicht ändern und versuchen daher, die erwartete Zinsentwicklung im Voraus zu berücksichtigen.

Erste Zinssenkung im Euroraum im Sommer erwartet

Viele Fachleute gehen davon aus, dass angesichts der kürzlich gesunkenen Inflation die EZB im Sommer die Leitzinsen im Euro-Raum erneut senken könnte.

Die Kreditinstitute können ihre Konditionen beim Tagesgeld im Gegensatz zum Festgeld an die aktuelle Marktentwicklung anpassen, auf das Sparer jederzeit zugreifen können. Verivox stellt fest, dass es in der Breite noch keine sinkenden Zinsen gibt. Im Moment bieten bundesweit tätige Banken durchschnittlich 1,72 Prozent. Die Tagesgeldzinsen stagnieren seit Anfang Dezember.

Mittelfristig rechnet Verivox aber auch hier mit sinkenden Zinsen, wenn die Währungshüter die Leitzinsen senken sollte. «Spätestens dann wird das eingetrübte Zinsumfeld auch aufs Tagesgeld durchschlagen», erwartet Verivox-Experte Oliver Maier.

Verivox hat die Tages- und Festgeldkonditionen von etwa 800 Banken und Sparkassen analysiert. Auch das Verbraucherportal Biallo.de liefert Informationen zur Verzinsung von Sparanlagen.

dpa