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Immobilien-Tycoon René Benko festgenommen,Untersuchungen wegen Vermögensverschleierung und Betrug im Zusammenhang mit Firmenpleite.

Ermittlungen auch in Deutschland, Joint Investigation-Team mit Berlin und München I gebildet für effiziente grenzüberschreitende Ermittlungen.

Der österreichische einstige Immobilentycoon Rene Benko ist festgenommen worden. (Archivbild)
Foto: Expa/Johann Groder/APA/dpa

Laut Staatsanwaltschaft wurde der frühere Immobilien-Tycoon René Benko festgenommen. Die Festnahme erfolgte aufgrund von Tatbegehungs- und Verdunkelungsgefahr.

Der 47-Jährige wird beschuldigt, im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch seines Firmenimperiums eigene Vermögenswerte verschleiert zu haben, so die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA). Darüber hinaus soll er das Vermögen, das in einer Stiftung lag, vor dem Zugriff von Behörden, Masseverwaltern und Gläubigern geschützt haben.

Auch in Deutschland wird gegen Benko ermittelt. Die WKStA hat kürzlich ein Joint Investigation-Team (JIT) mit den Staatsanwaltschaften Berlin und München I gebildet. Dadurch sei es möglich, im Verfahrenskomplex unbürokratischer und effizienter grenzüberschreitend zu ermitteln, hieß es.

Gläubiger wollen 2,4 Milliarden Euro von Benko

Der österreichische Unternehmer hatte mit seiner Signa-Gruppe ein umfangreiches Portfolio aufgebaut, zu dem auch die deutschen Kaufhausgruppen KaDeWe und Galeria gehörten. Durch steigende Zinsen, Energiepreise und Baukosten brach das komplexe Firmenkonstrukt zusammen. Laut Insolvenzverwalter belaufen sich die Forderungen an Benko auf etwa 2,4 Milliarden Euro.

Der Österreicher wird auch wegen des mutmaßlichen Betrugs im Zusammenhang mit staatlichen Corona-Geldern untersucht. Es handelt sich um Hilfsgelder für das luxuriöse „Chalet N“ im Skiort Lech am Arlberg. Es wird geprüft, ob die Corona-Gelder als wirtschaftliche Unterstützung während der Pandemie verwendet oder zweckentfremdet wurden.

Vorwürfe: Kredit- und Bestechungsversuch

Vorherige Ermittlungen wegen mutmaßlichen Kreditbetrugs und eines mutmaßlichen Bestechungsversuchs waren bereits bekannt. Darüber hinaus wird der Ex-Milliardär verdächtigt, Teile seines Vermögens unrechtmäßig beiseitegeschafft zu haben. Benkos Anwalt hat auch diese Vorwürfe bestritten.

dpa