Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Apple erobert mit neuer Computer-Brille den Markt

Apple Vision Pro ermöglicht Nutzern digitale Inhalte in ihrer realen Umgebung anzuzeigen. Mit Kameras und Displays vor den Augen werden virtuelle Displays, Filme und 3D-Videos zum Leben erweckt.

Apple wurde im vergangenen Jahr nach Berechnungen von Marktforschern erstmals zum weltgrößten Smartphone-Anbieter und löste den langjährigen Spitzenreiter Samsung ab.
Foto: Michael Kappeler/dpa

Apple hat im Weihnachtsgeschäft aufgrund der anhaltenden Nachfrage nach dem iPhone einen Gewinn von fast 34 Milliarden Dollar erzielt. Derzeit sind insgesamt über 2,2 Milliarden Geräte des Unternehmens in Betrieb. Mit diesem Rekordwert im Hintergrund betritt das Unternehmen nun zum ersten Mal seit fast zehn Jahren eine neue Produktkategorie – die Computerbrille Apple Vision Pro.

Apple will mit dem ab 3499 Dollar (rund 3200 Euro) vor Steuern verkauften Gerät einen «räumlichen Computer» etablieren, mit dem sich Nutzer digitale Inhalte innerhalb ihrer realen Umgebung anzeigen lassen können.

Die Vision Pro erfasst die Umgebung mithilfe von Kameras und zeigt sie zusammen mit den zusätzlichen Inhalten auf den Displays vor den Augen wieder. Apple bewirbt die Möglichkeit, virtuelle Displays im Raum zu verteilen, wie auf einer großen Leinwand Filme anzusehen oder Erinnerungen mit 3D-Videos, die mit dem iPhone aufgenommen wurden, aufzufrischen.

Vision Pro – Apples Konkurrent ist vor allem Meta

Apple-Chef Tim Cook nannte die Brille ein «revolutionäres Gerät» und erkor den heutigen Tag zum historischen Tag. Die Vision Pro wird im Markt vor allem gegen die Quest-Brillen des Facebook-Konzerns Meta antreten. Meta spezialisierte sich ursprünglich auf virtuelle Realität (VR), bei der Nutzer komplett in digitale Welten eintauchen. Doch insbesondere das aktuelle Modell Quest 3 kann zusätzlich auch die reale Umgebung anzeigen. Die Quest 3 wird von Meta für 500 Dollar verkauft. Der Konzern steckt Milliarden in das Geschäft, es blieb bisher aber ein Nischenmarkt.

Apple gab nach US-Börsenschluss am Donnerstag bekannt, dass das iPhone im Weihnachtsquartal erneut die treibende Kraft des Geschäfts war, mit einem Umsatzplus von rund sechs Prozent auf 69,7 Milliarden Dollar. Laut Marktforschern stieg Apple im vergangenen Jahr erstmals zum weltgrößten Smartphone-Anbieter auf und überholte den langjährigen Spitzenreiter Samsung. Finanzchef Luca Maestri gab bekannt, dass der iPhone-Umsatz im letzten Quartal unter anderem in Westeuropa einen Rekordwert erreichte.

Apple war bei der Prognose für das laufende Vierteljahr jedoch sehr vorsichtig. Der Finanzchef Maestri wies darauf hin, dass im Vergleichsquartal die aufgestaute Nachfrage aufgrund einer Produktionspause beim iPhone 14 Pro zu zusätzlichen Erlösen von fünf Milliarden Dollar geführt habe. Wenn man dies herausrechnet, wird der Umsatz in etwa gleich bleiben. Nach dieser Prognose fiel der Aktienkurs von Apple weiter ins Minus und schloss den nachbörslichen Handel mit einem Abschlag von knapp drei Prozent ab.

Erstes Umsatzplus nach vier Quartalen mit Rückgängen

Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz im letzten Quartal um zwei Prozent auf 119,6 Milliarden Dollar (110 Mrd Euro). Nach vier Quartalen mit Rückgängen verzeichnete Apple somit das erste Umsatzplus. Trotz eines Rückgangs der Erlöse um etwa 13 Prozent im China-Segment, das das Geschäft in Taiwan und Hongkong einschließt, konnte Apple den Gewinn um 13 Prozent auf 33,9 Milliarden Dollar steigern.

Obwohl der Umsatz des iPhones die Prognosen der Analysten übertraf, verfehlte Apple die Markterwartungen im Dienstleistungsgeschäft, bei den Mac-Computern und dem iPad.

Nachdem nach den Änderungen im App Store von Apple in der EU durch das Inkrafttreten des Digital-Gesetzes DMA gefragt wurde, versuchte das Unternehmen zum ersten Mal, die Rolle des Marktes zu erklären. Maestri sagte, dass Apple etwa sieben Prozent seiner App-Store-Erlöse in der EU erwirtschaftet.

Spotify kritisiert Änderungen an Apples App Store

Gemäß dem DMA muss Apple den App-Entwicklern die Möglichkeit bieten, ihre Anwendungen außerhalb der firmeneigenen Download-Plattform anzubieten. Allerdings wird Apple von Apps mit mehr als einer Million Downloads einmal pro Jahr eine Gebühr von 50 Euro-Cent für jede weitere Erstinstallation verlangen. Die Entwickler können jedoch weiterhin entscheiden, ihre Apps ausschließlich über Apple zu vertreiben. Kritiker wie Spotify werfen Apple vor, die aktuelle Situation damit festschreiben zu wollen. Cook betonte, dass Apple immer großen Wert auf Datenschutz und Sicherheit gelegt habe und dies auch bei der Umsetzung der neuen Regeln berücksichtigt habe.

Meta-Chef Mark Zuckerberg sagte, dass die neuen Möglichkeiten bei der aktuellen Umsetzung durch Apple keine Rolle spielen werden. Aus seiner Sicht laufe das den EU-Absichten für die Regulierung zuwider. «Ich würde mich wundern, wenn irgendein Entwickler in alternative App-Stores gehen würde», sagte Zuckerberg.

dpa