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Apple fokussiert neue iPhones auf Kameras und KI

Das iPhone ist der Grundstein des Geschäfts von Apple. Wie jedes Jahr gibt es pünktlich zum Weihnachtsgeschäft neue Modelle. Nutzer in Europa müssen aber diesmal auf wichtige Funktionen verzichten.

Der neue Auslöser-Knopf soll es auch einfacher machen, mit KI mehr über die Umgebung zu erfahren
Foto: Andrej Sokolow/dpa

Apple konzentriert sich bei den neuen iPhones auf verbesserte Kameras und Künstliche Intelligenz (KI). Viele der neuen KI-Funktionen werden Nutzer in Europa jedoch vorerst nicht nutzen können: Das Unternehmen hält sie aufgrund rechtlicher Unsicherheiten durch das neue EU-Digital-Gesetz DMA zurück. Mit neuer Software für die AirPods-Ohrhörer könnte Apple auch den Hörgeräte-Markt revolutionieren.

„Alle iPhone-Nutzer sollen von einem neuen Knopf profitieren, den man bisher eher von Fotoapparaten kennt: einem Auslöser für die Kamera. Das neue Bedienelement soll zum einen die Aufnahme von Fotos und Videos erleichtern – und zugleich den Nutzern einen schnelleren Weg bieten, mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz mehr über ihre Umgebung zu erfahren.“ Alle Besitzer eines iPhones sollen von einem neuen Button profitieren, den sie bisher eher von Kameras kennen: einem Auslöser für die Kamera. Dieses neue Bedienelement soll nicht nur die Aufnahme von Fotos und Videos erleichtern, sondern den Nutzern auch einen schnelleren Zugang bieten, um mithilfe von Künstlicher Intelligenz mehr über ihre Umgebung zu erfahren.

Der Knopf beim iPhone 16 funktioniert ähnlich wie bei Fotokameras: Beim Durchdrücken wird ein Bild gemacht, ein leichter Druck aktiviert einen Schieberegler. So kann man beispielsweise den Zoom steuern, ohne auf den Bildschirm tippen zu müssen. Auch ermöglicht der Knopf einen schnellen Wechsel zwischen Foto- und Video-Modus.

Direkter Weg zu KI-Wissen

Der Kamera-Button dient ebenfalls als Verknüpfung zu KI-Funktionen. Auf diese Weise kann man beispielsweise ein Konzertplakat oder ein Tier fotografieren, um mehr Informationen darüber zu erhalten.

Insgesamt behalten das iPhone 16 und das teurere und besser ausgestattete iPhone 16 Pro weitgehend das Design der jüngsten Vorgänger-Modelle. Aber die beiden Kameras des Standard-Modells sind wieder in einer Linie übereinander angeordnet, wie einst beim iPhone X. Mit dem Kamerasystem können die Telefone nun auch dreidimensionale Videos für Apples Computer-Brille Vision Pro aufnehmen.

Im Inneren gibt es neue Chips und mehr Arbeitsspeicher. Das ist eine Voraussetzung dafür, dass die neuen Funktionen mit Künstlicher Intelligenz auf den Geräten flüssig laufen. Von den früheren Modellen ist lediglich das iPhone 15 Pro leistungsstark genug für «Apple Intelligence». Der Startpreis des Standard-Modells des iPhone 16 bleibt unverändert bei 949 Euro.

Neue Sprachen für «Apple Intelligence» – kein Deutsch

Die erweiterten Funktionen dieser KI sollen unter anderem verpasste E-Mails und Kurznachrichten zusammenfassen, individuelle Emoji-Symbole erstellen und Informationen auf Zuruf herausfischen. Es ist unklar, wann die fortgeschrittene Apple-KI nach Deutschland kommen könnte.

Bisher funktioniert «Apple Intelligence» ohnehin nur auf Englisch. Bei dem Event kündigte Apple für kommendes Jahr aber vier weitere Sprachen an: Französisch, Spanisch, Chinesisch und Japanisch.

Einige Beobachter des Marktes hatten einen Anstieg der Nachfrage nach den neuen Modellen prognostiziert, aufgrund des Interesses an den neuen KI-Funktionen.

Das iPhone ist das bedeutendste Produkt von Apple. In den ersten neun Monaten des aktuellen Geschäftsjahres hat es über die Hälfte des Umsatzes des Unternehmens generiert. Außerdem bildet das iPhone die Grundlage für das lukrative Geschäft mit Abonnement-Diensten und Apps sowie Zubehör wie den AirPods-Ohrhörern.

Apple ist nach verkauften Stückzahlen die Nummer zwei im Smartphone-Markt hinter Samsung – zuletzt machte im wichtigen Markt China aber einheimische Hersteller wie Huawei dem iPhone-Konzern wieder mehr Konkurrenz.

AirPods Pro können auch Hörgerät

Die AirPods Pro, die bisher für ihre Geräuschunterdrückung bekannt waren, sollen zukünftig auch als Hörgerät dienen können. Sobald die Regulierungsbehörden grünes Licht geben, wird die Funktion bis Ende des Jahres unter anderem auch in Deutschland verfügbar sein.

Sollte die Funktion erfolgreich sein, könnte Apple den Hörgeräte-Markt revolutionieren, in dem Geräte häufig mehrere tausend Euro kosten. Der iPhone-Hersteller bietet die AirPods Pro für 279 Euro an.

Apple-Watch wird größer und dünner

Apple verpasst seiner Computer-Uhr zehn Jahre nach der ersten Ankündigung eine Frischekur. Die Apple Watch wird spürbar dünner und erhält größere Displays.

Ein neuer, leistungsstärkerer Chip soll es ermöglichen, dass die Apple Watch Series 10 automatisch ausgewählte Informationen anzeigt, wenn sie benötigt werden. Eine neue Funktion für die Apple Watch ist die Erkennung von Schlafapnoe – einer Erkrankung, bei der die Atmung kurzzeitig aussetzen kann.

Um die Tragedauer der Uhr zu verlängern, ist es geplant, dass die Batterie in 30 Minuten auf 80 Prozent aufgeladen werden kann. Bisher laden viele Benutzer ihre Uhr über Nacht. Außerdem wird die neue Apple Watch in der Lage sein, die Wassertemperatur und -tiefe zu erkennen.

Die Apple Watch wurde im September 2014 vorgestellt und kam im Frühjahr 2015 in den Handel. Seitdem führt Apple im Smartwatch-Markt – auch wenn zuletzt vor allem chinesische Hersteller etwas aufholen konnten. Zuletzt hatte Apple die Displays der Watch vor einigen Jahren etwas vergrößert. Der Startpreis bleibt bei 449 Euro.

Apple revolutioniert iPhone und AirPods mit neuen KI-Funktionen und Kameras, [Neuer Kamera-Button und AirPods als Hörgeräte auf dem Vormarsch].

 

dpa