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Apple führt neue KI-Funktionen vorerst nicht in der EU ein

Bei Apples KI-Offensive bleiben Nutzer in der EU zunächst einmal außen vor. Der iPhone-Konzern befürchtet, anderen Anbietern Zugriff zu Nutzerdaten geben zu müssen.

«Apple Intelligence» wird zunächst generell nur auf Englisch verfügbar sein.
Foto: Michael Kappeler/dpa

Apple wird vorerst seine kürzlich angekündigten neuen KI-Funktionen nicht in die EU einführen. Der iPhone-Konzern verweist auf Unsicherheiten bezüglich des EU-Digitalgesetzes DMA. Apple teilte mit, dass vor allem die Befürchtung bestehe, dass die DMA-Vorgaben zur Öffnung für andere Hersteller und Diensteanbieter die Sicherheit der Nutzerdaten beeinträchtigen könnten.

Der Grundstein von Apples Vision für nützliche Künstliche Intelligenz ist, dass die Software tiefgreifenden Zugang zu Nutzerdaten auf den Geräten bekommt. Dadurch soll «Apple Intelligence» zum Beispiel schnell die Frage beantworten können, ob man es bei einer Planänderung zu einem Termin schafft, oder E-Mails zusammenfassen und nach Wichtigkeit ordnen.

Eine zentrale Vorgabe des EU-Gesetzes DMA (Digital Markets Act) ist, dass zu «Gatekeepern» (Torwächter) erklärte große Plattformen anderen Anbietern Zugang gewähren müssen und nicht eigene Angebote bevorzugen dürfen. Zugleich gibt es eine Ausnahme, wenn dadurch die «Integrität» der Dienste beeinträchtigt werden könnte. 

EU-Kommission äußert sich neutral

Es ist jedoch unklar, ob die EU-Kommission Apples Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit als Begründung für eine solche Ausnahme akzeptiert und dem Unternehmen somit eine gewisse Sicherheit gewährt.

In einer ersten Reaktion auf Apples Ankündigung äußerte sich die Kommission sehr neutral. «Gatekeeper» seien willkommen, ihre Dienste in Europa anzubieten und müssten sich an Regeln halten, die für «fairen Wettbewerb» sorgen sollen. Eine Sprecherin verwies zugleich darauf, dass die EU ein «attraktiver Markt mit 450 Millionen potenziellen Nutzern» sei.

Auch einige andere vergangene Woche bei Apples Entwicklerkonferenz WWDC angekündigte Funktionen sind von der Verzögerung betroffen. Dazu gehören das «iPhone Mirroring», bei dem man von einem Mac-Computer vollen Zugriff auf sein Apple-Smartphone bekommt, sowie das Teilen eines iPhone- oder iPad-Bildschirms mit anderen Nutzern. Die letztere Funktion mit dem Namen «SharePlay Screen Sharing» kann man zum Beispiel auf dem Display eines anderen Nutzers Symbole zeichnen, wenn man etwas erklärt.

Neue Funktionen kommen nicht dieses Jahr

Apple befürchtet nun, dass aufgrund der DMA-Regeln auch andere Hersteller von Geräten und Anbietern von Software ähnlich umfassenden Zugriff auf iPhone und iPad verlangen könnten – und damit die Datenschutzmechanismen des Unternehmens in Frage stellen, wenn es um die Zusammenarbeit mit firmeneigener Technologie geht.

Apple hat betont, dass sie Gespräche mit der EU-Kommission über eine Lösung führen und die Funktionen auch in Europa verfügbar machen wollen. Es wird jedoch in diesem Jahr nicht mehr dazu kommen. Wie üblich veröffentlicht Apple im Sommer Beta-Testversionen der neuen Software und macht sie im Herbst mit einer neuen iPhone-Generation für alle verfügbar.

Am Montag werden in Beta-Versionen das «iPhone Mirroring» sowie das Teilen des Bildschirms veröffentlicht. «Apple Intelligence» soll zu einem späteren Zeitpunkt folgen – wird aber zunächst generell nur auf Englisch verfügbar sein, wie bereits auf der WWDC angekündigt wurde.

dpa