Im Weihnachtsquartal macht Apple traditionell sein bestes Geschäft. Im vergangenen Jahr lief es besonders gut – und zwar so gut, dass der Konzern jetzt bei der Chip-Zufuhr nicht hinterherkommt.
Apple kämpft nach iPhone-Rekordquartal mit Chip-Engpässen

Apple hat Schwierigkeiten, genügend Chips zu bekommen, trotz eines überraschend starken Rekordquartals für seine iPhones. Konzernchef Tim Cook sagte, dass es derzeit unklar ist, wie schnell die Lieferengpässe behoben werden können. Im Weihnachtsquartal stieg der Umsatz des iPhone-Geschäfts im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent auf 85,3 Milliarden Dollar.
Die «atemberaubende» Nachfrage nach Geräten der neuen Modellreihe habe die eigenen Erwartungen von Apple übertroffen, so dass man das Jahr mit nur noch geringen Lagerbeständen beendet habe, sagte Cook. Jetzt braucht Apple mehr Chipsysteme – aber bei den Fertigern gebe es «weniger Flexibilität» als sonst für zusätzliche Aufträge, stellte Cook fest.
Apple könnte Probleme bekommen, weil die Nachfrage nach KI-Chips von Nvidia stark steigt. Diese Chips werden wie die Chips für iPhones und andere Apple-Computer von TSMC hergestellt, der bereits an seine Kapazitätsgrenzen stößt.
Höhere Preise wegen teuren Speicherchips?
Der beschleunigte Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz treibt gerade auch die Preise für Speicherchips in die Höhe – die Apple ebenfalls in großen Mengen für seine Geräte braucht. Der Konzern ist bekannt dafür, langfristige Deals mit Zulieferern einzugehen. So hätten die Preiserhöhungen im vergangenen Quartal nur einen «minimale» Folgen für die Apple-Marge gehabt, sagte Cook. Im laufenden Vierteljahr werde der Effekt «etwas stärker» sein.
Ein Analyst wollte während der Telefonkonferenz zum Quartalsergebnis wissen, ob Apple in der Lage wäre, die Preise zu erhöhen, um die gestiegenen Kosten auszugleichen. «Ich würde darüber nicht spekulieren wollen», antwortete Cook.
Rekordzahlen
Apple hat in den letzten drei Monaten einen Nettogewinn von gut 42 Milliarden Dollar (knapp 35,2 Mrd Euro) erzielt. Dies entspricht einem Gewinnanstieg von knapp 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Quartalsumsatz stieg ebenfalls um rund 16 Prozent auf 143,8 Milliarden Dollar. Für das laufende Quartal prognostizierte Apple einen Erlöszuwachs zwischen 13 und 16 Prozent im Jahresvergleich.
Die Quartalszahlen haben die Erwartungen der Analysten übertroffen. Auch das Geschäft in China kam nach einer vorübergehenden Schwäche wieder in Fahrt und wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 38 Prozent auf 25,5 Milliarden Dollar.
Rivalität zwischen Herstellern Samsung und Apple
Der Konzern Apple gibt seit einiger Zeit keine Stückzahlen mehr für das iPhone bekannt. Es wurde jedoch berichtet, dass im letzten Quartal die bisher besten Verkaufszahlen unter anderem in den USA, Westeuropa und China verzeichnet wurden. Laut Marktforschern hat Apple im vergangenen Jahr den langjährigen Smartphone-Marktführer Samsung vom Thron gestoßen.
Der Marktforscher IDC-Analyst Francisco Jeronimo betonte, dass Apple die Skeptiker eines Besseren belehrt, die an der Fähigkeit des Unternehmens zweifelten, in einem gesättigten Smartphone-Markt prozentual zweistellige Wachstumsraten zu erzielen.
Einige Beobachter des Marktes hatten erwartet, dass die Verzögerungen bei einigen neuen KI-Funktionen von Apple eine größere Rolle für die Verbraucher spielen würden. Rivalen wie Google und Samsung haben in den letzten Jahren jedoch immer stärker mit den KI-Fähigkeiten ihrer Smartphones geworben.








