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Arbeiten bis 67? Die Generation Z hat andere Pläne

Geld als Mittel zur Unabhängigkeit: Für die Generation Z steht finanzielle Freiheit auf der Prioritätenliste ganz oben. Eine neue Studie zeigt, wie sich Werte und Ziele beim Umgang mit Geld wandeln.

Auch die finanziellen Entscheidungen junger Menschen werden durch soziale Medien stärker beeinflusst als bei älteren Generationen. (Symbolbild)
Foto: Fabian Sommer/dpa/dpa-tmn

Laut einer neuen repräsentativen Studie der Internationalen Hochschule (IU) streben junge Menschen in Deutschland vor allem nach finanzieller Unabhängigkeit, insbesondere die Generation Z (16- bis 30-Jährige). Für 66,7 Prozent von ihnen ist finanzielle Unabhängigkeit das wichtigste finanzielle Ziel, während dies durchschnittlich nur bei 58,9 Prozent aller Befragten der Fall ist.

Laut Studie ist die Altersvorsorge das zweitwichtigste finanzielle Ziel der Menschen in Deutschland. Etwa 51 Prozent der Befragten nannten sie als Priorität. Danach folgen die Erfüllung persönlicher Träume wie einer Weltreise (41,8 Prozent) und der Wunsch, früher aus dem Berufsleben auszusteigen (31,8 Prozent).

«Generation Z verändert Verständnis von Geld grundlegend» 

Die vorherrschende Mentalität, bis 67 in Vollzeit zu arbeiten, sei nicht mehr der Maßstab, sagt Studienleiter Johannes Treu, Professor für Betriebs- und Volkswirtschaftslehre an der IU. «Insbesondere die Generation Z verändert unser Verständnis von Geld grundlegend: Für sie sind Finanzen kein notwendiges Übel, sondern ein wesentliches Instrument für ein selbstbestimmtes Leben.» 

Die Studie zeigt auch, dass die finanziellen Entscheidungen junger Menschen stärker von sozialen Medien beeinflusst werden als bei älteren Generationen. Etwa 21 Prozent der Befragten der Generation Z geben an, dass ihre finanziellen Entscheidungen durch Inhalte in sozialen Medien beeinflusst werden. Dies ist doppelt so hoch wie bei der Generation X (10 Prozent) oder den Babyboomern (9,3 Prozent).

27,8 Prozent der Befragten aus der Generation Z geben an, oft unüberlegt Geld auszugeben, obwohl sie eigentlich sparen wollen. Dieser Wert liegt bei den Babyboomern bei 13,7 Prozent.

Große Sorgen um Wirtschaft, Angst vor Altersarmut 

Trotz des Wunsches nach persönlicher finanzieller Unabhängigkeit bleibt die Stimmung bei vielen angespannt: Mehr als die Hälfte der Befragten (56,3 Prozent) macht sich Sorgen um die wirtschaftliche Lage in Deutschland, knapp die Hälfte (49,7 Prozent) fürchtet Altersarmut.

«Wenn sich jede zweite Person in Deutschland um ihre wirtschaftliche Lage und die Absicherung im Alter sorgt, ist das mehr als ein Stimmungsbild – es ist ein Warnsignal», sagt Treu. «Inflation, Unsicherheit bezüglich der späteren Rente und die Angst vor sinkendem Lebensstandard zählen heute zu den größten Stressfaktoren und belasten das finanzielle Wohlbefinden massiv.» 

Für die Untersuchung «Finanzielles Wohlbefinden: Stimmungslage in Deutschland» wurden vom 12. bis 23. Juni 2.000 Menschen im Alter von 16 bis 65 Jahren befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ nach Alter und Geschlecht.

dpa