Der deutsche Arbeitsmarkt bleibt angespannt: Wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilt, waren im Februar 2026 rund 3,07 Millionen Menschen arbeitslos – 81.000 mehr als vor einem Jahr. Zwar sank die Zahl im Vergleich zum Januar leicht, doch eine spürbare Frühjahrsbelebung bleibt bislang aus. Auch bei den offenen Stellen zeigt sich nur geringe Dynamik.
Arbeitslosenentwicklung: Weniger als im Januar, aber deutlich mehr als vor einem Jahr

Im Februar 2026 bleibt der deutsche Arbeitsmarkt auf einem hohen Niveau: Nach den jüngsten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit lag die Zahl der registrierten Arbeitslosen bei rund 3,07 Millionen Menschen. Damit sank die absolute Zahl gegenüber dem Vormonat im Januar 2026 um 15 000 Personen, blieb aber im Vergleich zum Februar 2025 um 81 000 höher.
Parallel dazu verringerte sich die Arbeitslosenquote im Monatsvergleich leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 6,5 %, bleibt jedoch über dem Wert vor einem Jahr.
Diese Zahlen spiegeln eine Arbeitsmarktentwicklung wider, die zwar saisonal typisch durch das Ende der Winterpause etwas an Dynamik gewinnt, aber strukturell wenig Erholung zeigt.
Stagnation trotz saisonaler Effekte
Die Leiterin der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, beschreibt den Arbeitsmarkt im Februar als wenig dynamisch: Trotz des typischen saisonalen Effekts am Ende der Winterpause komme „der Markt nicht in Schwung“. Die Zahl der Arbeitslosen verändere sich nur unwesentlich und bleibe weiter auf einem hohen Niveau.
Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften zeigt wenig Bewegung: Die Zahl der bei der Arbeitsagentur gemeldeten offenen Stellen lag nur geringfügig niedriger als vor einem Jahr, mit rund 638 000 gemeldeten Vakanzen, was nur einen marginalen Rückgang darstellt.
Regionale Unterschiede bei Beschäftigung und Quote
Die Situation unterscheidet sich regional deutlich:
- In Bayern ging die Arbeitslosenzahl zwar leicht zurück, liegt aber weiterhin über dem Vorjahresniveau. Dort sprechen Verantwortliche von „Stagnation statt Aufschwung“.
- In Hessen verharrt die Zahl der Arbeitslosen nahezu unverändert, während die Industrie dort anhaltende Sorgen äußert.
- Sachsen-Anhalt meldet eine stabile Arbeitslosenquote von 8,5 %, mit ersten leichten Frühjahrsindikatoren am Arbeitsmarkt.
- In Rheinland-Pfalz ist die Zahl der Arbeitslosen geringfügig gesunken, doch insbesondere junge Jobsuchende sind häufiger betroffen.
Arbeitsmarkt im Kontext: Unterbeschäftigung und Sozialleistungen
Neben der klassischen Arbeitslosenstatistik gibt es weitere Indikatoren, die den Arbeitsmarkt belasten: Laut einer Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit erhielten im Februar 2026 etwa 1,11 Millionen Menschen Arbeitslosengeld, rund 76 000 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Bürgergeldbeziehenden lag bei rund 3,82 Millionen, leicht unter dem Vorjahreswert.
Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass trotz saisonaler Effekte die strukturellen Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor groß sind.
Einordnung und Ausblick
Analysen internationaler Wirtschaftsagenturen und Marktindikatoren weisen darauf hin, dass der Arbeitsmarkt in Deutschlands größter Volkswirtschaft auch über die Wintermonate hinweg weitgehend stabil, aber nicht robust wächst. Saisonbereinigt stieg die Zahl der Arbeitslosen nur leicht, teils unter den Erwartungen von Ökonomen.
Makroökonomisch spiegelt sich in diesen Daten eine insgesamt schwache Erholung der Wirtschaft wider, die auch durch externe Faktoren wie globalen Handelsdruck und strukturelle Umbrüche in wichtigen Branchen beeinträchtigt wird.








