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Studie: Deutsche zunehmend besorgt um Arbeitsplatzsicherheit

Die Jobangst steigt: 16% schätzen ihren Job als unsicher ein. Trotzdem bleibt Mehrheit optimistisch für die Zukunft.

Viele Menschen haben Sorge um ihren Arbeitsplatz wie hier Beschäftigte beim Zulieferer Bosch, der Tausende Arbeitsplätze streichen will (Archivbild)
Foto: Jason Tschepljakow/dpa

Die Menschen in Deutschland machen sich laut einer Umfrage zunehmend Sorgen um ihren Arbeitsplatz. Im Jahr 2025 schätzen 16 Prozent der Bundesbürger ihren Job als «sehr unsicher» oder «eher unsicher» ein, zeigt eine Studie der Beratungsgesellschaft EY, aus der die «Welt» zitiert. Das ist der höchste Wert seit 2009. Damals, unter dem Eindruck der globalen Finanzkrise, hatten 22 Prozent ihren Job als insgesamt unsicher gesehen.

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil derjenigen, die sich Sorgen machen, um drei Prozentpunkte gestiegen. Im Vergleich zu 2023 sind es fünf Prozentpunkte, wie aus der Studie hervorgeht, für die im November gut 1.000 Menschen repräsentativ befragt wurden. Die Studie liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Laut der Umfrage betrachten 84 Prozent der Befragten ihren Arbeitsplatz trotz der anhaltenden Wirtschaftsflaute als sicher, 45 Prozent davon sogar als sehr sicher.

«Wir sehen zwar einen schleichenden Rückgang der Arbeitsplatzsicherheit, aber wir sind weit von einer allgemeinen Untergangsstimmung entfernt», sagte Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY. «Die Chancen stehen also nicht schlecht, dass die Zuversicht zurückkommt, sobald die Konjunktur wieder anspringt.» Die Menschen ließen sich in der Mehrheit nicht verrückt machen. 

Größte Sorgen bei den Jüngeren und Geringverdienern

In Bezug auf Jobangst bestehen erhebliche Unterschiede. Die Babyboomer-Generation hat das größte Vertrauen: Nur zehn Prozent der über 55-Jährigen befürchten um ihren eigenen Job. In der Altersgruppe von 36 bis 45 Jahren machen sich hingegen überdurchschnittliche 17 Prozent Sorgen, während es bei den Unter-35-Jährigen 21 Prozent sind und somit mehr als jeder Fünfte.

Das Einkommen spielt auch eine wichtige Rolle: Je geringer das Einkommen, desto größer ist die Angst. Unter Geringverdienern mit einem Jahreseinkommen von weniger als 25.000 Euro machen sich 36 Prozent Sorgen um ihren Job. Bei Personen mit einem Gehalt von über 70.000 Euro beträgt der Anteil nur acht Prozent.

«Große Skepsis in der Bevölkerung»

Die Ängste um den Arbeitsplatz gehen einher mit gedämpften Erwartungen an die eigene Finanzlage. Lediglich 17 Prozent gehen davon aus, dass sie im kommenden Jahr mehr Geld zur Verfügung haben werden. Im Gegenzug befürchten 26 Prozent, dass sich ihre finanzielle Situation verschlechtern wird.

«Nach wie vor sehen wir in der Bevölkerung eine große Skepsis, sowohl in Bezug auf die eigene Finanzlage als auch hinsichtlich der Konjunktur und der generellen Entwicklung des Standorts Deutschland», sagte EY-Chef Ahlers. Viele Menschen blieben sehr vorsichtig und hielten sich mit größeren Anschaffungen zurück.

dpa