Die Kapazität soll bis 2027 auf zehn Raketen steigen, um europäische Präferenz zu fördern und Investitionen zu sichern. Neue Variante startet im Februar mit 32 Satelliten für Amazon.
Ariane 6: Deutsch-französische Rakete verdoppelt Starts im Jahr 2026

Die deutsch-französische ArianeGroup plant, die Anzahl der Starts ihrer Trägerrakete Ariane 6 im laufenden Jahr zu verdoppeln. Laut Firmenchef Pierre Godart sind insgesamt sieben bis acht Flüge geplant. Die Ladung für diese Flüge ist bereits vollständig unter Vertrag. Die Rakete ist seit 2024 im Einsatz und startete 2025 bereits viermal.
Bereits geplant ist, die Kapazität 2027 auf rund zehn Raketen pro Jahr zu steigern. Auf längere Sicht könnte sie noch weiter anwachsen: Man prüfe die Startfrequenz zu erhöhen, sagt Godart. Dafür müsse man aber sicherstellen, dass der Bedarf auch langfristig vorhanden ist, damit sich die Investitionen auch lohnen. «Wir investieren, wenn es wirtschaftlich ist», betonte Godart. In diesem Zusammenhang wirbt er für die sogenannte europäische Präferenz, dass also staatliche und staatlich finanzierte Akteure aus Europa auch europäische Raketen nutzen. In anderen Ländern sei dies für deren Raketen-Industrie auch der Fall.
Laut eigenen Angaben hat die ArianeGroup derzeit etwa 30 Starts vereinbart. In den nächsten Jahren gebe es jedoch teilweise noch verfügbare Slots, so der CEO.
Erster Start der stärksten Version geplant
Im Februar steht für die Ariane 6 auch eine Premiere an. Zum ersten Mal soll sie in ihrer leistungsstärksten Version mit vier Booster-Triebwerken starten – zwei mehr als zuvor. Dies ermöglicht Nutzlasten von bis zu 20 Tonnen. Beim Start soll sie 32 Satelliten für Amazons Netzwerk Leo ins All bringen. Es handelt sich um den ersten von insgesamt 18 Starts, die das US-Unternehmen in Auftrag gegeben hat.
Durch das Hochfahren der Produktion wird ein eigener europäischer Zugang zum All sichergestellt – einschließlich für die Bundeswehr, betonte Godart. Die ArianeGroup ist auch im militärischen Sektor aktiv und produziert unter anderem ballistische Raketen für die französischen Atomwaffen.
Ariane will wiederverwendbare Raketen entwickeln
Godart kommentierte auch die Frage, ob Ariane daran interessiert ist, wiederverwendbare Raketen zu verwenden. Auch hier ist die Wirtschaftlichkeit entscheidend, da für eine Rückkehr der Raketen mehr Treibstoff benötigt wird, was die Nutzlast um 30 bis 40 Prozent reduziert. Es ist jedoch wichtig, diese Technologie zu beherrschen. Daher wird sie entwickelt und dann wird entschieden, ob sie eingesetzt wird.








