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Auch Rossmann plant eigene Online-Apotheke

Kaum ist dm mit einem digitalen Arzneiangebot gestartet, folgt der nächste große Player. Was zu Rossmanns Plänen bekannt ist – und warum Medikamente zunehmend online gekauft werden.

Rossmann gehört nach eigenen Angaben zu den größten Drogeriemarktketten in Europa – und sagt nun den klassischen Apotheken den Kampf an. (Archivbild)
Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Die Drogeriekette Rossmann bereitet den Aufbau einer eigenen Online-Apotheke vor. Das bestätigte das Unternehmen aus Burgwedel bei Hannover auf Anfrage. «Wir beschäftigen uns so intensiv damit, dass ich Ihnen sagen kann: Die Online-Apotheke wird kommen», kündigte Raoul Roßmann, Sprecher der Geschäftsführung, an. Zuvor hatte die «Lebensmittel Zeitung» berichtet.

Das Apothekenangebot soll also von den Niederlanden aus gesteuert werden. Außerdem wird die Rossmann-App eine wichtige Rolle bei diesem Vorhaben spielen. Rossmann hat sich zunächst nicht näher zu Zeitpunkt, Umfang und konkreter Ausgestaltung der Online-Apotheke geäußert.

«dm hat die Erwartungshaltung erhöht»

Erst im Dezember hat der Konkurrent dm eine eigene Online-Apotheke gestartet. Laut dem Unternehmen umfasst das Sortiment rezeptfreie Arzneimittel sowie apothekenexklusive Produkte wie Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetik und Medizinprodukte.

«dm hat die Erwartungshaltung erhöht. Rossmann kann sich diesem Trend kaum entziehen, wenn man relevant bleiben will», sagt Carsten Kortum, Handelsprofessor an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn. Er rechnet damit, dass auch Lebensmitteleinzelhändler noch in den Markt einsteigen.

Medikamente per Mausklick

Immer mehr Menschen kaufen Medikamente im Internet. Online-Apotheken wie Redcare Pharmacy (ehemals Shop Apotheke) und DocMorris verzeichnen eine wachsende Nachfrage. Im vergangenen Jahr gehörte die Kategorie Medikament zu den Gewinnern im Onlinehandel. Der Umsatz stieg in Deutschland um sechs Prozent, wie der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (Bevh) mitteilte.

Ein wichtiger Grund für den Zuwachs ist das 2024 eingeführte E-Rezept. Die Bestellung verschreibungspflichtiger Medikamente sei dadurch erheblich einfacher geworden, sagt Handelsexperte Kortum. «Früher mussten Rezepte teils per Post an Versandapotheken geschickt werden, heute können Kunden sie digital einlösen.» Vor allem für Ältere und chronisch Kranke sei die Lieferung deutlich bequemer.

Frank Düssler, Sprecher des Bevh, betont, dass Online-Apotheken mit digitalen Beratungsangeboten per Video punkten und oft günstigere Preise bieten. Darüber hinaus ermöglichen sie es, Menschen in ländlichen Gebieten besser zu erreichen, wo die Versorgung oft nicht flächendeckend gewährleistet ist.

dpa