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Auf Verbraucher kommt neue Stromumlage zu

Wenn die Stromrechnung ins Haus flattert, bezahlen Kunden weit mehr als Energie. Ein Teil geht an den Staat. Die Koalition plant noch eine Abgabe, die mit dem Umbau der Energieversorgung zu tun hat.

Die neue Stromumlage ist Teil der Pläne für ein neues Kraftwerkssicherheitsgesetz.
Foto: Oliver Berg/dpa

Laut dem Bundeswirtschaftsministerium plant die Bundesregierung eine neue Umlage auf den Strompreis, um neue Gaskraftwerke zu bauen und bestehende zu modernisieren. Diese Maßnahme soll dazu beitragen, die Stromversorgung auch bei einem zunehmenden Anteil erneuerbarer Energien stabil zu halten, indem die neuen Anlagen einspringen, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht.

Verivox erwartet Mehrkosten von einigen Euro pro Monat

Zur Größenordnung der geplanten Umlage schrieb die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» unter Berufung auf Informationen aus Berlin, es dürfe sich um eine «kleine Nachkommastelle» handeln. Mit Blick auf andere Umlagen auf den Strompreis geht das Vergleichsportal Verivox davon aus, dass mit der neuen Umlage auf eine Durchschnittsfamilie Extra-Kosten zwischen ein und drei Euro pro Monat zukämen. 

Laut Verivox betrugen Steuern, Abgaben und Umlagen im aktuellen Monat rund 31 Prozent des Strompreises. Weitere 30 Prozent entfielen auf Stromnetzgebühren, während die restlichen 39 Prozent auf die Strombeschaffung und die Marge der Stromversorger entfielen. Bis zum Wegfall der EEG-Umlage – die den Ausbau erneuerbarer Energien finanziert hat – im Juli 2022 war der staatliche Anteil am Strompreis deutlich höher.

Ergebnis der Haushaltseinigung

Das Projekt ist Teil der Pläne für ein neues Kraftwerkssicherheitsgesetz, auf das sich Kanzler Olaf Scholz (SPD), Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Finanzminister Christian Lindner (FDP) in der vergangenen Woche geeinigt hatten. Insgesamt sollen Kapazitäten von 12 Gigawatt (GW) entstehen sowie 500 Megawatt an Speicher.

Neue Gaskraftwerke sollen gebaut werden, die später auch mit klimafreundlicherem Wasserstoff betrieben werden können. Bestehende Kraftwerke sollen ebenfalls umgerüstet werden. Die Finanzierung von 5 Gigawatt Kapazitäten erfolgt aus dem Klima- und Transformationsfonds der Bundesregierung, weitere 5 Gigawatt über die beschriebene Umlage.

dpa