Es spricht sich schnell herum: Ein KI-Assistent aus China springt an die Spitze der App-Charts. Das bleibt an der Börse nicht folgenlos.
Aufregung um KI-Konkurrenz aus China – Dax fällt nach Rekord

Ein neues KI-Modell aus China belastete am Montag die Aktienkurse etablierter US-Tech-Konzerne stark. Die App des KI-Assistenten des chinesischen Start-ups DeepSeek ist nun die meist heruntergeladene in Apples App Store in den USA. Sie überholte damit den Konkurrenten ChatGPT des US-Anbieters OpenAI, der nun auf Platz 2 liegt. In der Folge deuteten sich hohe Kursverluste für amerikanische Technologiefirmen an.
Am Mittag wurde ein Minus von fünf Prozent für den technologielastigen US-Index Nasdaq 100 prognostiziert. Der deutsche Leitindex Dax fiel bis zum Mittag um 1,42 Prozent auf 21.090,43 Punkte, nachdem er am Freitagvormittag noch bei 21.520 Punkten einen weiteren Höchststand erreicht hatte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 1,6 Prozent.
DeepSeek könnte US-Konzernen Konkurrenz machen
Das KI-Modell von DeepSeek, einem chinesischen Start-up, wird als kosteneffizient angesehen und könnte möglicherweise mit weniger leistungsstarken KI-Chips als die großen Modelle etablierter Anbieter auskommen. Dadurch könnte DeepSeek zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten in diesem Sektor werden.
Experten wollten die jüngsten Entwicklungen nicht überinterpretieren, da es nichts bahnbrechend Neues gebe. Dennoch könnte die Diskussion eine Konsolidierung der teils hohen Bewertungen im Tech-Bereich auslösen, sagte ein Börsianer.
«Plötzlich könnten all die hohen Bewertungen so gar nicht mehr gerechtfertigt sein und plötzlich interessiert sich an der Börse auch keiner mehr für die großen Versprechungen des neuen US-Präsidenten Donald Trump, weitere 500 Milliarden Dollar in den KI-Hype zu investieren», schrieb Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Handelshaus RoboMarkets. DeepSeek könnte die Antwort auf die Zollandrohungen aus Washington sein.
An diesem Tag fielen unter anderem Aktien aus der Chipindustrie hierzulande. Im Dax verlor Infineon mehr als vier Prozent. Die Papiere von Siltronic, Jenoptik und Aixtron fielen im MDax zwischen gut drei und mehr als acht Prozent. Als eindeutiges Schlusslicht im Nebenwerte-Index SDax brachen Suss Microtec um gut zwölf Prozent ein.








