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Neues Gesetz in Australien: Über 4,7 Millionen Social-Media-Konten von Kindern deaktiviert

Erste Zahlen zeigen erfolgreiche Umsetzung des Kinderschutzgesetzes. Plattformen unternehmen Anstrengungen, Minderjährigen den Zugang zu verwehren.

Erklärtes Ziel des Verbots: Kinder und Jugendliche sollen mehr Zeit mit Freunden verbringen. (Symbolbild)
Foto: Annette Riedl/dpa

Seit etwa einem Monat ist es in Australien Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren nicht mehr erlaubt, eigene Social-Media-Konten zu haben. Erste Zahlen zeigen: Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes am 10. Dezember wurden bereits über 4,7 Millionen Konten von Kindern und Jugendlichen deaktiviert, gelöscht oder eingeschränkt, wie von der Regierung angegeben. Australien war das erste Land, das solche Regeln eingeführt hat und wird daher als Vorreiter im digitalen Kinderschutz angesehen.

Nach vorläufigen Auswertungen der Online-Sicherheitsbehörde eSafety unternehmen betroffene Plattformen demnach «ernsthafte Anstrengungen», um Minderjährigen den Zugang zu verwehren. Veränderungen passierten nicht über Nacht, erklärte Premierminister Anthony Albanese. «Doch diese ersten Ergebnisse zeigen, wie wichtig es war, dass wir diesen Schritt gegangen sind. Wir wollen, dass unsere Kinder eine Kindheit haben – und dass Eltern wissen, dass wir hinter ihnen stehen.»

https://x.com/AlboMP/status/2011950910507728941

«Kinder fahren wieder Fahrrad und lesen»

„Zu den von dem Gesetz betroffenen Plattformen gehören unter anderem Instagram, Tiktok, Snapchat, Facebook, YouTube, X, Reddit und Twitch. Nicht betroffen sind verschiedene Messenger- und Spiele-Dienste wie Roblox, WhatsApp und Facebook Messenger.“

«Junge Menschen haben diese Schulferien nicht an ihren Geräten verbracht, sondern sind Fahrrad gefahren, haben Bücher gelesen und Zeit mit Freunden und Familie verbracht», sagte Albanese weiter. Kommunikationsministerin Anika Wells erklärte: «Viele haben gesagt, das sei nicht machbar. Aber dies ist eine unglaubliche australische Erfolgsgeschichte, mit der wir der Welt zeigen, was möglich ist – um Kindern ihre Kindheit zurückzugeben.»

Reddit klagt gegen das Gesetz

Das Gesetz wurde Ende 2024 bereits verabschiedet. Fast alle großen Parteien unterstützten den Vorstoß von Regierungschef Albanese im Parlament. Den Plattformen wurde ein Jahr Zeit gegeben, sich auf die neuen Altersbeschränkungen vorzubereiten. Bei Verstößen drohen den Unternehmen Bußgelder von bis zu 49,5 Millionen australischen Dollar (28,5 Millionen Euro). Reddit hat Klage gegen das Verbot eingereicht.

dpa