Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Australier dürfen außerhalb der Arbeitszeiten abschalten

Im digitalen Zeitalter schlägt vielen die ständige Erreichbarkeit auf die Gesundheit. In Australien müssen Arbeitnehmer nun nach Feierabend nicht mehr erreichbar sein.

Immer für die Vorgesetzten erreichbar zu sein - das hat in Down Under jetzt sein Ende.
Foto: Mick Tsikas/AAP/dpa

Viele Australier dürfen ab sofort am Ende des Arbeitstages im wahrsten Sinne des Wortes abschalten. Ein neues Gesetz räumt Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern das Recht ein, in ihrer Freizeit für ihre Vorgesetzten nicht erreichbar zu sein – und sich zu weigern, auf Kontaktversuche zu reagieren. Das sogenannte «Fair Work Legislation Amendment» war im Februar vom Parlament verabschiedet worden. 

Mitarbeiter in mittleren und großen Unternehmen haben jetzt die Möglichkeit, ihre Handys nach Feierabend auszuschalten und sind nicht mehr verpflichtet, auf E-Mails zu reagieren. Die neuen Regeln gelten für Angestellte in Unternehmen mit weniger als 15 Mitarbeitern erst in einem Jahr. Es gibt jedoch Ausnahmen – zum Beispiel, wenn es unangemessen wäre, Kontaktversuche zu ignorieren, insbesondere im Falle eines arbeitsbedingten Notfalls, wie von dem Sender 9News berichtet.

Mehr Zeit für die Familie

«Wir möchten sicherstellen, dass Menschen, die nicht 24 Stunden am Tag bezahlt werden, auch nicht 24 Stunden am Tag arbeiten müssen», sagte Premierminister Anthony Albanese in einem Interview mit dem australischen Rundfunksender ABC. «Es ist auch eine Frage der psychischen Gesundheit, denn es geht darum, dass die Menschen von ihrer Arbeit Abstand gewinnen und sich wieder ihrer Familie und ihrem Leben widmen können.»

Es wurde zuvor festgestellt, dass die Work-Life-Balance in Australien schlechter ist als in vielen anderen Ländern, berichteten die Medien. John Hopkins von der Fakultät für Wirtschaft, Recht und Unternehmertum der Swinburne University sagte, dass bereits in etwa 25 Ländern ähnliche Gesetze existieren.

Welche Regeln gelten in Deutschland?

Unter klar festgelegten Arbeitszeiten ist es in Deutschland nicht erforderlich, dass eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer außerhalb der Arbeitszeiten erreichbar ist. Es gibt jedoch Ausnahmen. Ein Klassiker ist die Rufbereitschaft. In diesem Fall müssen Beschäftigte erreichbar sein und bereit sein, entweder von zu Hause aus oder vor Ort zu arbeiten. Bei Führungskräften kann es auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten eine vertragliche Verpflichtung zur Erreichbarkeit geben.

[Neues Gesetz in Australien schützt Arbeitnehmer vor ständiger Erreichbarkeit],Beschäftigte können nun nach Feierabend abschalten und auf Kontaktversuche verzichten, um Work-Life-Balance zu verbessern.

dpa