Die Inflationsrate in Deutschland erreicht im März 2,7 Prozent, stark bedingt durch den Iran-Krieg. Steigende Ölpreise führen zu höheren Kosten für Waren und Dienstleistungen, was sich deutlich auf die Verbraucherpreise auswirkt.
Auswirkungen des Iran-Konflikts: Inflation in Deutschland erreicht 2,7 Prozent

Im März 2026 ist die Inflationsrate in Deutschland signifikant angestiegen. Hauptursache für diesen Anstieg sind die Auswirkungen des Krieges gegen den Iran.
Die stark gestiegenen Ölpreise, die durch den Konflikt im Iran verursacht wurden, haben direkte Auswirkungen auf die Inflation in Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahr kosteten Waren und Dienstleistungen im März durchschnittlich 2,7 Prozent mehr, nachdem die Teuerungsrate im Februar noch auf 1,9 Prozent gesunken war. Diese Zahlen wurden vom Statistischen Bundesamt in einer ersten Schätzung veröffentlicht und stellen den höchsten Wert seit Anfang 2024 dar. Ökonomen, die von der Nachrichtenagentur Reuters befragt wurden, hatten mit einem Anstieg in dieser Größenordnung gerechnet. Von Februar auf März zogen die Preise um 1,1 Prozent an.
„Die Inflationsdaten zeigen genau das an, was alle Autofahrer bereits gemerkt haben: Der Iran-Krieg treibt die Preise für Kraftstoffe und Heizöl“, erklärte Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank.
In Bayern mussten Verbraucher im März 44,8 Prozent mehr für leichtes Heizöl bezahlen als im Vorjahr. Auch die Preise für Kraftstoffe wie Benzin stiegen um 19,7 Prozent.
Erwartungen an die zukünftige Entwicklung der Inflation
Die Auswirkungen des Iran-Kriegs werden sich zeitverzögert auch auf die Preise anderer Güter auswirken. Schmieding warnte: „Gas wird teurer werden, Nahrungsmittelpreise können bei knappem Dünger im Zeitablauf anziehen, höhere Transportkosten werden auf viele Kategorien durchschlagen.“ In den kommenden Monaten könnte die Inflationsrate daher eine Spitze von mehr als 3 Prozent erreichen. Sollte der Konflikt weiter eskalieren, sei sogar ein Anstieg auf weit über 4 Prozent möglich.
Unternehmensumfragen zeigen steigenden Preisdruck
Eine Unternehmensumfrage deutet darauf hin, dass eine rasche Entspannung der Situation nicht in Sicht ist. Im Gegenteil: Immer mehr Firmen in Deutschland planen, angesichts der steigenden Energiekosten durch den Iran-Krieg, ihre Preise zu erhöhen. Das entsprechende Barometer stieg im März auf 25,3 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit drei Jahren. Im Februar lag dieser Wert noch bei 20,3 Punkten.
„Der Preisdruck in Deutschland nimmt wieder spürbar zu“, sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. „Die Unternehmen würden steigende Kosten zunehmend weitergeben. Über höhere Produktions- und Transportkosten werden die Energiepreise auch auf Waren und Dienstleistungen durchschlagen.“
Der seit mehr als vier Wochen andauernde Krieg zwischen den USA und Israel gegen den Iran hat die Öl- und Gaspreise in die Höhe getrieben. Der Iran hat die Straße von Hormus weitgehend geschlossen, über die ein Fünftel des globalen Ölverbrauchs transportiert wird. Diese Schließung führt zu Knappheiten und damit zu steigenden Weltmarktpreisen. Die Bundesbank befürchtet, dass die Inflationsrate in den kommenden Monaten deutlich ansteigen wird und „in nächster Zeit deutlich in Richtung 3 Prozent ansteigen“ könnte.
Zusammenfassung der aktuellen Inflationsdaten
- Aktuelle Inflationsrate für März 2026: 2,7 Prozent
- Preisanstieg von Februar auf März: 1,1 Prozent
- Steigerung der Heizölpreise in Bayern: 44,8 Prozent
- Steigerung der Benzinpreise: 19,7 Prozent
Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Kriegs sind somit deutlich spürbar und könnten in den kommenden Monaten zu einer weiteren Verschärfung der Inflationslage führen.








