Der dritte Tag des GDL-Streiks bei der Bahn bricht an, erneut ist mit großen Einschränkungen zu rechnen. Geht es nach dem Arbeitskampf nun auch am Verhandlungstisch voran?
Bahnstreik-Ende in Sicht – Auswirkungen auch nach 18.00 Uhr

Das Ende des Streiks bei der Bahn rückt allmählich näher: Die Lokführergewerkschaft GDL plant, die Deutsche Bahn und das Eisenbahnunternehmen Transdev noch bis 18.00 Uhr bundesweit zu bestreiken. Es wird jedoch auch nach dem Ende des Streiks weiterhin zu Ausfällen und Zugverspätungen kommen. Der Notfahrplan der Bahn wird auch nach dem Streikende weiterhin gültig sein, teilte das staatliche Unternehmen mit.
«In einzelnen Regionen können im Nah- und S-Bahnverkehr bereits unmittelbar nach Streikende wieder mehr Züge fahren», hieß es. Mit Betriebsbeginn am Samstagfrüh soll im Personenverkehr aber wieder das normale Zugangebot verfügbar sein.
Die GDL hat den Streik im Personenverkehr am Mittwochmorgen gestartet, während im Güterverkehr seit Dienstagabend gestreikt wird. Das Ziel der Gewerkschaft ist es, den Druck auf die Bahn zu erhöhen, um im Tarifkonflikt mit dem Unternehmen eine Arbeitszeitverkürzung für Schichtarbeiter bei vollem Lohnausgleich zu erreichen. Bisher hat die Bahn dies strikt abgelehnt.
Bahn: Streik trifft 20 Millionen Kunden
Laut Angaben der Bahn sind Millionen Kundinnen und Kunden vom aktuellen Streik betroffen. Es werden nur etwa 20 Prozent der üblichen Fernverkehrsfahrten angeboten. Die Auswirkungen im Regionalverkehr variieren und sind in einigen Regionen deutlich größer als im Fernverkehr. Personen, die trotz des Streiks mit der Bahn reisen möchten, sollten sich vor der Abfahrt online über die spezifischen Reisemöglichkeiten informieren.
Es ist bisher unklar, ob der Streik den Tarifkonflikt vorantreiben wird. Es wurden vorerst keine Termine für neue Verhandlungen festgelegt. GDL-Chef Claus Weselsky hat bereits angekündigt, dass er schnell zu einem weiteren Streik aufrufen wird, falls die Bahn kein neues Tarifangebot vorlegt. Nach der großen Zustimmung bei einer Urabstimmung unter den Gewerkschaftsmitgliedern kann Weselsky immer wieder zu langen, bei Bedarf auch unbefristeten Streiks aufrufen. Im Dezember hatte der GDL-Chef jedoch bekannt gegeben, dass die Streiks jeweils höchstens fünf Tage dauern sollen.
Mehrtägige Streiks keine Seltenheit
Der gegenwärtige Streik ist der erste langanhaltende Ausstand im anhaltenden Tarifkonflikt zwischen der GDL und der Deutschen Bahn. Nach dem Beginn der Verhandlungen Anfang November gab es zuerst zwei Warnstreiks.
In vorherigen Tarifrunden waren mehrtägige Streiks häufig. Der bisher längste Streik der GDL bei der Bahn dauerte 127 Stunden (5 Tage plus 7 Stunden) im Personenverkehr und 138 Streikstunden (5 Tage plus 18 Stunden) im Güterverkehr im Mai 2015. Damals handelte es sich jedoch um den bereits achten Streik seit Beginn des Tarifkonflikts. Im Jahr 2021 legten die GDL-Mitglieder in einem Fall die Arbeit für ungefähr fünf Tage nieder.








