Das Unternehmen will jährlich eine Milliarde Euro einsparen, was auch zu einem zusätzlichen Stellenabbau führen wird. Die Fixkosten sollen gesenkt und die Produktionskapazitäten angepasst werden.
BASF plant milliardenschweres Sparprogramm und Stellenabbau

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF reagiert auf sein schwächelndes Geschäft mit einem weiteren milliardenschweren Sparprogramm und erneutem Stellenabbau im Stammwerk Ludwigshafen. Am Sitz des Dax-Konzerns sollen bis Ende 2026 zusätzlich jährlich Kosten von einer Milliarde Euro eingespart werden, kündigte Vorstandschef Martin Brudermüller in Ludwigshafen an.
«Die Situation ist ernst, daher schließen wir explizit keine Maßnahmen aus», sagte der scheidende Konzernchef. «Mit dem weiteren Programm wird leider auch ein zusätzlicher Stellenabbau verbunden sein.» Einsparungen soll es sowohl in der Produktion als auch in den Bereichen außerhalb geben. Die Fixkosten sollen durch Effizienzsteigerungen gesenkt und die Produktionskapazitäten dem Markt angepasst werden. Zur Höhe der geplanten Stellenkürzungen gab es noch keine Angaben. Details würden derzeit erarbeitet und Arbeitnehmervertreter in den weiteren Prozess eng einbezogen, hieß es.
Der Vorstand werde sich weiterhin für den Standort Ludwigshafen einsetzen, versicherte Brudermüller. Das Management und sein Nachfolger Markus Kamieth, der nach der BASF-Hauptversammlung Ende April das Ruder übernimmt, würden jedoch das Zielbild und die langfristige Positionierung des Stammwerks aktualisieren. Dabei gehe es darum, ehrgeizige Profitabilitätsziele zu setzen. Details dazu sollen in der zweiten Jahreshälfte bekannt gegeben werden.
Betriebsgewinn sinkt um fast 29 Prozent
Auch für das laufende Jahr erwartet der Vorstand von BASF keine signifikante Verbesserung. Die Schwäche der Weltwirtschaft aus dem Vorjahr wird voraussichtlich auch 2024 anhalten, teilte das Unternehmen weiter mit. Das Wachstum wird wahrscheinlich erst im Laufe des Jahres etwas an Fahrt gewinnen. In Europa bremsen weiterhin die vergleichsweise hohen Energiepreise und ungünstige Rahmenbedingungen die wirtschaftliche Entwicklung.
BASF plant für das laufende Jahr ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie Sondereinflüssen zwischen 8,0 und 8,6 Milliarden Euro. Im Jahr 2023 sank der bereinigte Betriebsgewinn um fast 29 Prozent auf knapp 7,7 Milliarden Euro.
Abbau von rund 3300 Jobs weltweit
Schon im Jahr 2022 hatte die BASF-Führung aufgrund schlechter Geschäfte und schwierigerer Rahmenbedingungen in Europa ein Sparprogramm angekündigt. Ziel ist es, die jährlichen Kosten bis Ende 2026 um insgesamt 1,1 Milliarden Euro zu senken. Dazu gehört der Abbau von etwa 3300 Jobs weltweit, darunter 700 Stellen in der Produktion in Ludwigshafen, sowie die Stilllegung mehrerer energieintensiver Chemieanlagen wie Ammoniak, wie BASF vor einem Jahr spezifiziert hatte. Von den knapp 112.000 Mitarbeitern waren zuletzt in Ludwigshafen 38.710 beschäftigt, davon zwei Drittel in der Produktion. Als größter industrieller Gasverbraucher in Deutschland leidet BASF wie viele Chemieunternehmen unter den vergleichsweise hohen Energiepreisen im Land.
Der Konzern hat im Voraus mitgeteilt, dass Umsatz und Gewinn 2023 deutlich unter den eigenen Erwartungen liegen. Das Management führt dies hauptsächlich auf eine schwache Nachfrage und gestiegene Energiekosten zurück. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Erlöse auf 68,9 Milliarden Euro, gut ein Fünftel weniger als im Vorjahr, und der Gewinn betrug 225 Millionen Euro. Bereits 2022 musste BASF aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine milliardenschwere Abschreibungen auf Öl- und Gasgeschäfte der Tochter Wintershall Dea vornehmen.








