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Batteriehersteller Varta meldet Insolvenz an: Zerschlagung droht

Der Batteriehersteller Varta hat Insolvenz angemeldet und könnte vor einer Zerschlagung stehen. Die Anträge betreffen mehrere Tochtergesellschaften und rund 3.260 Mitarbeiter, während der Consumer-Batterie-Bereich vorerst unberührt bleibt.

Varta ist insolvent: Batteriehersteller stellt vier Insolvenz-Anträge
mohamed abdelghaffar auf Pexels

Insolvenzanträge von Varta: Zerschlagung steht im Raum

Der schwäbische Batterieproduzent Varta hat beim Amtsgericht Stuttgart vier Insolvenzanträge eingereicht, was auf eine drohende Zerschlagung des Unternehmens hindeutet. Laut aktuellen Informationen wurde ein Antrag auf vorläufige Insolvenz in Eigenverwaltung eingereicht. Diese Entscheidung folgt der Mitteilung bedeutender Geldgeber, die beabsichtigen, das Geschäft mit Haushaltsbatterien aus dem Unternehmen auszugliedern.

Das zuständige Gericht hat den Eingang der Anträge registriert und wird diese nun prüfen. Von der Insolvenz sind nicht nur die Varta AG als Muttergesellschaft betroffen, sondern auch die operativen Tochtergesellschaften, darunter Varta Microbattery GmbH, Varta Micro Production GmbH sowie Varta Storage GmbH, die ebenfalls in das Verfahren einbezogen werden. Für die Varta Microbattery GmbH wird ebenfalls ein Verfahren in Eigenverwaltung angestrebt.

Auswirkungen der Insolvenz auf Mitarbeiter und Geschäftsbereiche

Das Unternehmen betont, dass der Bereich Consumer Batteries, der für Haushaltsbatterien verantwortlich ist, von der Insolvenz nicht betroffen sei. Diese Produktlinie hat Varta über viele Jahre hinweg zu einer renommierten Marke gemacht, die in Millionen von Haushalten weltweit vertreten ist.

Die Insolvenz betrifft jedoch circa 3.260 Angestellte, insbesondere am Hauptsitz in Ellwangen. Dennoch wird sichergestellt, dass die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter weiterhin ausgezahlt werden. Im Jahr 2024 erzielte Varta einen Umsatz von etwa 793 Millionen Euro, musste jedoch einen Verlust von 64,5 Millionen Euro verzeichnen.

Ursachen der Insolvenz und Herausforderungen für das Unternehmen

Michael Ostermann, der Geschäftsführer von Varta, äußerte sich besorgt über die gegenwärtige Lage. Er erklärte, dass die Insolvenz auf eine strukturelle Finanzierungslücke im Jahr 2027 zurückzuführen sei. Zudem haben sich die Marktbedingungen verschärft, die Nachfrage ist gesunken und negative Währungskursentwicklungen haben die Situation zusätzlich belastet. Ein wesentlicher Faktor war auch die Entscheidung eines wichtigen Kunden, die Geschäftsbeziehung zu beenden.

Obwohl das Unternehmen derzeit nicht akut zahlungsunfähig ist, stellen die internen Verflechtungen eine Herausforderung für die Sanierung dar, die weitere Insolvenzen nach sich ziehen könnten. Das Ziel bleibt, den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern.

Reaktionen der Gläubiger und finanzielle Situation

Eine Gruppe von Gläubigern, darunter die Deutsche Bank und mehrere Finanzinvestoren, hat auf die prekäre finanzielle Lage von Varta hingewiesen. Eine unabhängige Analyse hat ergeben, dass das Unternehmen kurzfristig zusätzliches Kapital im mittleren zweistelligen Millionenbereich benötigt. Trotz intensiver Verhandlungen konnte bislang keine neue Finanzierungsquelle gefunden werden.

Folgen für Standorte und Belegschaft

Bereits vor der Insolvenzanmeldung wies die IG Metall auf die drohende Zerschlagung des Unternehmens hin und bezeichnete die Situation als katastrophal. Diese Unsicherheit betrifft nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch deren Angehörige.

Im Rahmen eines Restrukturierungsprozesses hatte Varta 2024 versucht, eine Insolvenz abzuwenden. Dabei mussten Altaktionäre ihre Anteile abgeben und Gläubiger verzichteten teilweise auf ihre Forderungen. Im April 2025 wurde die Restrukturierung für abgeschlossen erklärt, jedoch verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage erneut. Ein Werk in Nördlingen mit etwa 350 Mitarbeitern soll noch im Herbst geschlossen werden, nachdem ein wichtiger Kunde abgesprungen ist.

Zusammenfassung und Ausblick

Die Situation bei Varta bleibt angespannt, und die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um die Zukunft des Unternehmens sowie der Mitarbeiter zu klären. Eine mögliche Insolvenz könnte weitreichende Folgen für die Belegschaft und die gesamte Branche haben, insbesondere im Fall einer Zerschlagung.

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Quellen: t-online, sn

Bildquelle: mohamed abdelghaffar auf Pexels

Ronny Winkler