Frankreichs Bauern setzen auf Blockade: Kurz vor der entscheidenden Abstimmung zum Mercosur-Abkommen lodern an der Autobahn an der Grenze zu Belgien Flammen. Die Landwirte fürchten günstige Importe.
Bauern blockieren vor Mercosur-Abstimmung Autobahn

Vor der Abstimmung der EU über den Mercosur-Handelsdeal mit vier südamerikanischen Staaten haben gegen das Abkommen protestierende Landwirte zwei Autobahngrenzübergänge zwischen Frankreich und Belgien blockiert. Rund 100 Landwirte aus beiden Ländern blockierten am Abend mit ihren Traktoren die Grenze an der von Paris Richtung Brüssel verlaufenden Autobahn A2, wie die Zeitung «La Voix du Nord» berichtete.
Die Landwirte wurden auf den Fahrspuren und neben zwei großen Feuern an der Autobahn abgebildet. Die A27 in Richtung Tournai von Lille wurde ebenfalls blockiert.
In Brüssel soll an diesem Freitag der Weg für den Abschluss des EU-Freihandelsabkommens mit den vier Mercosur-Staaten geebnet werden. Bei einem Treffen von Vertretern der EU-Staaten ist geplant, die Unterzeichnung und den Abschluss des Deals zu vereinbaren. Es wird erwartet, dass die dafür notwendige qualifizierte Mehrheit zustande kommt.
Präsident Emmanuel Macron hatte am Abend erklärt, dass Frankreich dem Deal nicht zustimmt, da dies die Landwirtschaft des Landes beeinträchtigen würde. Frankreichs Landwirte sind gegen den Handelspakt, da sie befürchten, dass günstige Importe aus Südamerika eine unfaire Konkurrenz darstellen. Auch in Deutschland gab es Proteste von Landwirten gegen das Abkommen.
Die Verhandlungen für den Deal mit Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay begannen bereits im Jahr 1999. Bolivien ist seit einiger Zeit ebenfalls Mitglied des Mercosur, wird jedoch vorerst nicht am Abkommen teilnehmen.








