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Sanierung von Brücken in Deutschland: Hauptverband fordert oberste Priorität

Der Brückeneinsturz in Dresden zeigt die Sensibilität der Verkehrsinfrastruktur. Die Brücken haben eine wichtige Funktion.

Korrosion war vermutlich verantwortlich für den Einsturz.
Foto: Robert Michael/dpa

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie pocht nach dem Teileinsturz der Carolabrücke in Dresden darauf, der Sanierung von Brücken in Deutschland oberste Priorität einzuräumen. «Der Brückeneinsturz von Dresden ist dramatisch und tragisch zugleich, man kann von sehr großem Glück sprechen, dass keine Menschen zu Schaden kamen», sagte Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

«Der Vorfall zeigt eindrücklich, wie hochsensibel unsere Verkehrsinfrastruktur ist und welchen wichtigen Part unsere Brücken übernehmen», so der Verbandsvertreter. Das Augenmerk auf diese Schlagadern müsse oberste Priorität haben. Das gelte nicht nur mit Blick auf den Vorfall in Dresden. «Das ist eine politische Aufgabe und gesellschaftliche Verpflichtung.»

In der Nacht zum Mittwoch entging Dresden nur knapp einer Katastrophe, als ein etwa 100 Meter langes Stück der Carolabrücke einstürzte. Dieser Abschnitt führte über Straßenbahngleise sowie einen Fuß- und Radweg und fiel in die Elbe. Ein anderer Teil der Brücke ist ebenfalls einsturzgefährdet, aber es gab keine Verletzten.

Die Carolabrücke, eine Spannbetonbrücke aus dem Jahr 1971, wurde in den vergangenen Jahren bereits saniert, wobei die Teile A und B betroffen waren. Nun ist der Teil C eingestürzt, der eigentlich im nächsten Jahr saniert werden sollte. Die genaue Ursache des Unglücks wird noch ermittelt, aber es besteht die Vermutung, dass Korrosion als Folge mangelhafter Wartung in der Vergangenheit dafür verantwortlich sein könnte.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hatte mit Blick auf den Einsturz betont, die Carolabrücke stehe in kommunaler Verantwortung und habe deswegen mit dem Bundeshaushalt nichts zu tun. «Aber man sieht an dieser Brücke, wie gefährlich es ist, wenn in Infrastruktur nicht sorgfältig investiert wird.»

dpa