Bayer-Chef Bill Anderson betont Offenheit für Veränderungen, um Geschäftsentwicklung zu verbessern und Kosten zu senken.
Strategische Flexibilität: Bayer plant keine Aufspaltung trotz hoher Schulden

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer versucht seine schwierige Lage trotz hoher Schulden ohne Spartenverkauf zu meistern. Die Antwort auf die Frage nach der künftigen Struktur und einer möglichen Aufspaltung laute «nicht jetzt», teilte das Dax-Unternehmen im Rahmen der Vorlage von Jahreszahlen sowie eines Kapitalmarkttages mit.
Gleichwohl «werden wir für alles offen bleiben», sagte Bayer-Chef Bill Anderson laut Mitteilung. Angesichts des stark begrenzten Handlungsspielraums solle erst einmal die Geschäftsentwicklung verbessert und mehr strategische Flexibilität geschaffen werden. Im Zuge des bereits vorgestellten neuen Organisationsmodells sollen zudem ab 2026 jährlich zwei Milliarden Euro an Organisationskosten eingespart werden.
Im Januar hatte Bayer bereits angekündigt, dass es aufgrund der geplanten Vereinfachung der Verwaltung und der angestrebten Beschleunigung der Entscheidungsprozesse wahrscheinlich zu einem signifikanten Stellenabbau in Deutschland kommen wird.
Jahresverlust von 2,9 Milliarden Euro
Bei Bayer gab es 2023 aufgrund hoher Wertberichtigungen in der Agrarsparte einen Verlust von 2,9 Milliarden Euro, nach einem Gewinn von 4,2 Milliarden im Jahr zuvor. Der Konzern erwartet in diesem Jahr einen weiteren Rückgang des operativen Gewinns. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) soll zwischen 10,7 Milliarden und 11,3 Milliarden Euro liegen, wie Bayer weiter mitteilte. Im Jahr 2023 sank das operative Ergebnis um 13,4 Prozent auf 11,7 Milliarden Euro. Bereinigt um Wechselkurseffekte strebt Bayer für 2024 zudem einen Umsatz von 47 bis 49 Milliarden Euro an, nach 47,6 Milliarden Euro im Vorjahr.
Wie Bayer mit Blick auf die Rechtsstreitigkeiten in den USA weiter mitteilte, sollen «neue Ansätze inner- und außerhalb der Gerichtssäle» verfolgt werden, um rechtliche Risiken und damit verbundene Unsicherheiten zu reduzieren. Anleger kritisieren schon lange, dass es bisher nicht gelang, einen Schlussstrich unter die Glyphosat-Problematik zu ziehen. Die Probleme rund um den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup hatte Bayer sich 2018 mit der über 60 Milliarden Dollar teuren Übernahme des US-Konzerns ins Haus geholt.








