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Bayern führend beim Ausbau der erneuerbaren Energien

Bayern hat im Jahr 2023 den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland angeführt, mit einer Gesamtleistung von rund 3682 Megawatt. Besonders Solaranlagen trugen zu diesem Wachstum bei, während die Windkraft kaum eine Rolle spielte.

Ein Windrad spiegelt sich in eine Solar-Anlage eines Solarparks in Bayern: Vor allem Solaranlagen spielen in Bayern eine große Rolle.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Gemäß den Daten der Bundesnetzagentur wurde der Ausbau der erneuerbaren Energien im Jahr 2023 in Bayern stärker vorangetrieben als in jedem anderen Bundesland.

Laut den Angaben wurden in Bayern Anlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 3682 Megawatt hinzugefügt – netto, also nach Abzug von stillgelegten Anlagen. Dies entspricht ungefähr einem Fünftel des Gesamtwerts für Deutschland. Nordrhein-Westfalen (2586 Megawatt), Baden-Württemberg (1946 MW) und Niedersachsen (1911 MW) folgten mit deutlichem Abstand auf den Plätzen.

Solar-, Wind- oder Biomasse-Anlagen

In Bayern wurden fast ausschließlich neue Solaranlagen für den Ausbau genutzt. Im Gegensatz dazu spielte die Windkraft mit einem Netto-Zubau von lediglich 23,4 Megawatt kaum eine Rolle.

Um es einzuordnen: Im vergangenen Jahr war Schleswig-Holstein mit 1109 Megawatt Netto der Spitzenreiter beim Ausbau der Windenergie, gefolgt von Niedersachsen (483,1 MW) und Nordrhein-Westfalen (412,9 MW). Bayern belegte im bundesweiten Vergleich des Windkraft-Ausbaus nur den zwölften Platz.

Wenn man den Bestand an Solar-, Wind- und Biomasse-Anlagen betrachtet, ist Bayern erneut führend. Das Bundesland hat eine Leistung von 26.853 Megawatt aus erneuerbaren Energien. Davon entfallen 83 Prozent auf die fast 940.000 Solaranlagen im Land. Die Windkraft trägt knapp 10 Prozent bei, während Biomasse rund 7 Prozent ausmacht.

Laut Bundesnetzagentur steht Niedersachsen auf dem zweiten Platz im Bestand, mit mehr als 6300 Windrädern, was die höchste Anzahl in Deutschland ist. Die Gesamtleistung aus Sonne, Wind und Biomasse beträgt dort etwa 21.729 Megawatt. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) stammt von Windenergieanlagen an Land.

Die Bundesregierung hat das Ziel, dass 2030 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien stammen sollen. Im vergangenen Jahr lag der Anteil laut Klaus Müller, dem Präsidenten der Bundesnetzagentur, erstmals über 50 Prozent. Dadurch soll Deutschland weniger abhängig von klimaschädlichen fossilen Energien wie Kohle und Gas werden.

dpa