Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Verzögerung beim Ausbau der Öl-Pipeline von Rostock zur Raffinerie PCK Schwedt

Die EU-Genehmigung für Beihilfen steht aus, da Rosneft an PCK beteiligt ist. Der Bund muss die Eigentümerfrage klären.

Die Pipeline soll ausgebaut werden, um mehr Tankeröl vom Hafen Rostock in die riesige Raffinerie zu bringen.
Foto: Patrick Pleul/dpa

Der Ausbau der Öl-Pipeline von Rostock zur Raffinerie PCK Schwedt in Brandenburg wird sich nach Einschätzung des Linken-Politikers Christian Görke weiter verzögern. Görke bezog sich auf Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums zu den von der EU-Kommission noch immer nicht genehmigten Beihilfen für das Projekt. Auf Anfrage der Linken hatte das Ministerium erklärt: «Zur zeitlichen Perspektive lässt sich derzeit keine Aussage treffen.»

Die Pipeline soll erweitert werden, um mehr Tankeröl vom Hafen Rostock in die riesige Raffinerie zu transportieren, die Millionen Menschen im Nordosten mit Benzin und Diesel versorgt. Aufgrund der russischen Invasion in die Ukraine bezieht PCK kein Öl mehr aus Russland. Der Bund plant, 400 Millionen Euro in das Pipeline-Projekt zu investieren, benötigt jedoch zuerst die Zustimmung aus Brüssel. Diese wurde bereits vor Weihnachten erwartet, jedoch steht die Entscheidung noch aus.

Es gibt Hürden

Eine Herausforderung scheint zu sein, dass PCK mehrheitlich dem russischen Staatskonzern Rosneft gehört – obwohl der Bund per Treuhandverwaltung die Kontrolle über die Rosneft-Anteile hat. Die Antwort des Ministeriums an die Linke verweist darauf, dass Beihilfen nicht an Unternehmen gewährt werden könnten, gegen die die EU Sanktionen verhängt habe. «Vor diesem Hintergrund stellen sich mit Blick auf eine Gewährung von Beihilfen an eine Gesellschaft, an der ein sanktioniertes Unternehmen mehrheitlich beteiligt ist, beihilferechtliche Fragen», heißt es in der Antwort des Ministeriums.

Görke meinte dazu: «Es war und ist offensichtlich, dass es keine Genehmigung der EU geben wird, solange Rosneft an Bord ist. Das ist der nächste Rückschlag für die PCK und die Region, den die Bundesregierung, allen voran das grüne Wirtschaftsministerium, zu verantworten hat.» Aus Sicht des Linken-Politikers hätte der Bund eine eigene Pipeline bauen oder zumindest zeitnah die Eigentümerfrage bei PCK klären müssen. «Beides ist nicht passiert», kritisierte der Linken-Bundestagsabgeordnete.

Der Bund hatte kürzlich die Treuhandverwaltung bis September um weitere sechs Monate verlängert, in der Hoffnung, dass Rosneft seine 54-prozentige Beteiligung an PCK und seine Minderheitsbeteiligung an zwei anderen deutschen Raffinerien veräußert.

dpa