Immer mehr Arbeitnehmer sind aufgrund von langwierigen Erkrankungen wie psychischen Störungen und Muskel-Skelett-Leiden auf Krankengeld angewiesen. Eine neue Auswertung zeigt, dass die Ausgaben der Krankenkassen in diesem Bereich stark steigen.
Besorgniserregender Anstieg der Langzeiterkrankungen in Deutschland

Ein Anstieg von 21,6 Milliarden Euro an Krankengeldzahlungen kennzeichnet die Situation im deutschen Gesundheitssystem. Laut einer Analyse des Dachverbands der Betriebskrankenkassen (BKK) zeigt sich ein wachsender Anteil von Beschäftigten, die über längere Zeiträume krankgeschrieben sind. Obwohl der Krankenstand und die durchschnittliche Krankheitsdauer im vergangenen Jahr stabil geblieben sind, müssen die Krankenkassen zunehmend für Krankengeld aufkommen.
Langfristige Erkrankungen als Hauptursache
Die häufigsten Gründe für den Bezug von Krankengeld sind psychische Erkrankungen sowie Muskel-Skelett-Leiden. Während psychische Erkrankungen nur 5,4 Prozent aller Krankschreibungen ausmachen, dauert eine solche Erkrankung im Durchschnitt mehr als fünf Wochen – mit steigender Tendenz. „Es sind nicht die kurzen Erkältungen, die das Gesundheitssystem finanziell belasten“, erklärte die Verbandsvorständin Anne-Kathrin Klemm. Sie forderte eine ernsthafte Diskussion über Präventionsstrategien für psychische Erkrankungen, die über die Arbeitswelt hinausgehen.
Politische Reaktionen und Reformen
Die schwarz-rote Koalition plant, die Regelungen zur Krankschreibung zu verschärfen, indem die Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bereits am ersten Krankheitstag gefordert werden soll. Zudem wird die Möglichkeit einer telefonischen Krankschreibung in Frage gestellt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begründete diese Maßnahmen mit dem Ziel, den Krankenstand zu reduzieren.
Hintergrund der Krankengeldzahlungen
Krankengeld wird in Deutschland ab dem 43. Krankheitstag gezahlt, wodurch vor allem Menschen mit langwierigen Erkrankungen betroffen sind. Die BKK gibt an, dass im Jahr 2025 mehr als ein Viertel aller Fehltage auf den Bezug von Krankengeld entfallen werden. Die Zahl der Krankengeldtage ist in den vergangenen zehn Jahren um 24,4 Prozent gestiegen, was die finanziellen Belastungen für das Gesundheitssystem verdeutlicht.
Fazit: Dringender Handlungsbedarf
Die weiterhin steigenden Krankengeldzahlungen und die damit verbundenen Herausforderungen für die gesetzlichen Krankenkassen erfordern eine umfassende Strategie zur Verbesserung der gesundheitlichen Lage der Arbeitnehmer. Der Fokus sollte auf der Prävention und der Auseinandersetzung mit psychischen Erkrankungen liegen, um die langfristige Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten zu sichern.
Quellen: Die Zeit
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