Blue Origin kündigt TeraWave an, Amazon baut bereits Leo auf. Konkurrenz um schnelles Internet im Weltraum steigt.
Amazon und Blue Origin fordern Musks Starlink heraus

Im Wettlauf der Tech-Milliardäre im Weltraum verstärkt Amazon-Gründer Jeff Bezos die Konkurrenz zu Elon Musks Satelliten-Internetsystem Starlink. Bezos‘ Weltraumfirma Blue Origin hat ein Hochgeschwindigkeits-Netz für Unternehmen namens TeraWave angekündigt. Die ersten der rund 5.400 dafür vorgesehenen Satelliten sollen Ende 2027 ins All starten.
In solchen Systemen kommuniziert die Technik auf dem Boden direkt mit den Satelliten. Dadurch können herkömmliche Telekommunikationsinfrastrukturen ersetzt werden. Allerdings sind die Kapazitäten begrenzter und die Reaktionszeiten etwas langsamer. Derzeit benötigen Kunden Empfangsstationen mit Antennen.
Amazon macht Starlink schon Konkurrenz
Amazon, wo Bezos 2021 den Chefposten aufgab, aber weiterhin größter Aktionär ist, entwickelt bereits eine Alternative zu Starlink. Das Amazon Leo-System soll mit mehr als 3.200 Satelliten Download-Geschwindigkeiten von 100 Megabit bis zu einem Gigabit pro Sekunde bieten – und würde somit ungefähr die Geschwindigkeit schneller Internetverbindungen für Privathaushalte erreichen.
Starlink wird von Musks Weltraumfirma SpaceX betrieben und soll in der nächsten Generation ebenfalls auf Geschwindigkeiten von einem Gigabit pro Sekunde hochgestuft werden. Bei TeraWave verspricht Blue Origin ein noch viel höheres Tempo: Bei den 5.280 Satelliten in niedriger Umlaufbahn sollen es bis zu 144 Gigabit pro Sekunde sein. Bei weiteren 128 Satelliten in mittlerer Umlaufbahn ist sogar von bis zu 6 Terabit pro Sekunde die Rede – 6.000 Mal schneller als eine Gigabit-Leitung.
SpaceX war führend in der Bereitstellung von schnellem Internet aus dem All mit Starlink. Amazon hat jedoch frühzeitig erkannt, dass es Bedarf an einer Alternative gibt. Musk und Bezos konkurrieren seit Jahren mit ihren Raketenprojekten.
Kontroversen um Starlink
Starlink-Systeme werden auch von der ukrainischen Armee genutzt. Sie spielten eine entscheidende Rolle zu Beginn des Krieges gegen Russland, als die herkömmliche Telekommunikationsinfrastruktur zerstört wurde. Anfangs stellte Starlink die Geräte selbst zur Verfügung, aber jetzt gibt es einen Vertrag mit dem Pentagon zur Unterstützung der Ukraine.
Bis zum Abschluss dieses Vertrags konnte Musk über die Verwendung von Starlink in dem Konflikt bestimmen. So sagte der Tech-Milliardär seinem Biografen Walter Isaacson, dass er sich geweigert habe, auf Bitten der Ukraine die Starlink-Versorgung in der Nähe der von Russland besetzten Halbinsel Krim freizuschalten – und damit einen Angriff auf dort stationierte russische Truppen verhindert habe.
Aktuell streitet Musk mit Ryanair-Chef Michael O’Leary, der Flugzeuge des Billigfliegers nicht für den Einsatz von Starlink aufrüsten will. O’Leary argumentiert, dass dies die Spritkosten erhöhen würde, die Kundschaft der Airline aber keinen Aufpreis für Internet im Flugzeug zahlen wolle. Andere Fluggesellschaften – wie unter anderem die Lufthansa – machen derzeit Teile ihrer Flotte fit für Starlink.








