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BKA: Bisher größter Schlag gegen weltweite Cyberkriminalität

Bei einer groß angelegten Aktion gegen Cyberkriminelle haben Ermittler weltweit mehr als 100 Server beschlagnahmt und 1300 Domains außer Betrieb gesetzt. Mehrere Haftbefehle wurden erlassen.

Mehrere der derzeit einflussreichsten Schadsoftware-Familien seien vom Netz genommen worden, so das BKA und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main. (Symbolbild)
Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Die Ermittler bezeichnen die Aktion als den größten Schlag gegen Cyberkriminelle: Bei einem Einsatz in verschiedenen Ländern wurden weltweit über 100 Server beschlagnahmt und 1300 Domains außer Betrieb genommen. Dies wurde am Donnerstagmorgen von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und dem Bundeskriminalamt (BKA) bekannt gegeben. Mehrere der derzeit einflussreichsten Schadsoftware-Familien wurden vom Netz genommen. Dabei handelt es sich um spezielle Software, mit der krimineller Zugriff auf fremde Computer erlangt werden kann.

Bei den von deutschen Behörden koordinierten Maßnahmen sind den Angaben zufolge zehn internationale Haftbefehle erlassen und vier Menschen vorläufig festgenommen worden. Gegen insgesamt acht Akteure seien von Deutschland Haftbefehle erlassen worden. Auf dieser Grundlage werde nach sieben Personen gefahndet, die im dringenden Verdacht stünden, «sich als Mitglied an einer kriminellen Vereinigung zum Zwecke der Verbreitung der Schadsoftware Trickbot beteiligt zu haben», teilten die Ermittler weiter mit.

Zahlreiche Beweismittel sichergestellt

Während des Einsatzes am Dienstag und Mittwoch wurden insgesamt 16 Objekte in Armenien, den Niederlanden, Portugal und der Ukraine durchsucht, wie angegeben. Dabei wurden zahlreiche Beweismittel sichergestellt. Die gesammelten Daten werden derzeit analysiert und könnten zu weiteren Ermittlungen führen.

«Mit der bislang größten internationalen Cyber-Polizeioperation ist den Strafverfolgungsbehörden ein bedeutender Schlag gegen die Cybercrime-Szene gelungen», sagte BKA-Vizepräsidentin Martina Link der Mitteilung zufolge. «Der aktuelle Erfolg stützt sich auf Maßnahmen gegen Infrastrukturen, Akteure und ihre Finanzmittel.»

An der Aktion nahmen Strafverfolger aus den Niederlanden, Frankreich, Dänemark, Großbritannien, Österreich und den USA teil. Sie wurden von der Polizeibehörde Europol und der Agentur der Europäischen Union für justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen unterstützt.

dpa