Rückrufe und Auslieferungssperren belasten, schwache Verkaufszahlen in China wirken sich negativ aus. Die Gewinnprognose wird um mindestens zehn Prozent gesenkt.
BMW senkt Absatz- und Gewinnerwartungen für 2019

BMW hat seine Absatz- und Gewinnerwartungen für das laufende Jahr gesenkt, da Rückrufe und Auslieferungssperren aufgrund von Problemen bei Zulieferteilen sowie schwache Verkaufszahlen in China die Gründe sind. Der Gewinn vor Steuern wird voraussichtlich im Vergleich zum Vorjahr nicht nur leicht, sondern um mindestens zehn Prozent zurückgehen.
Laut BMW betrifft das Problem mit dem gelieferten Bremssystem insgesamt mehr als 1,5 Millionen Autos und verursachte im aktuellen Quartal Gewährleistungskosten in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro. Die weltweiten Auslieferungssperren für 320.000 noch nicht an Kunden übergebene Autos führen zu negativen Absatzeffekten im zweiten Halbjahr.
Dazu komme auch noch die weiterhin gedämpfte Nachfrage in China. BMW war dort bislang viel optimistischer als die Konkurrenz gewesen. Aber «trotz der Stützungsmaßnahmen der Regierung hält die Kaufzurückhaltung weiter an», teilte das Unternehmen am Dienstag mit.
Absatz und Gewinn unter Vorjahr
Der Vorstand hat daher seine Jahresprognose gesenkt: Statt eines leichten Anstiegs bei den Auslieferungen an Kunden wird nun ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr erwartet. Die Ebit-Marge im Autosegment wird voraussichtlich nur noch zwischen 6 und 7 Prozent liegen – zuvor hatte BMW 8 bis 10 Prozent angestrebt. Der Gewinn vor Steuern wird voraussichtlich deutlich unter dem Vorjahr liegen. Im vergangenen Jahr verkaufte BMW 2,55 Millionen Autos, erzielte eine Ebit-Marge von 9,8 Prozent im Kerngeschäft und erwirtschaftete 17,1 Milliarden Euro Gewinn vor Steuern.
Continental bildet Rückstellung
Der Zulieferer Continental teilte mit, dass er für BMW das integrierte Bremssystem fertigt, das teilweise ausgetauscht wird. Die Funktion eines elektronisches Bauteils sei möglicherweise beeinträchtigt. Die Bremsleistung liege aber immer über den gesetzlich geforderten Standards. «Wir haben Rückstellungen im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich gebildet und gehen davon aus, dass dies für den Garantiefall ausreichen wird», teilte Continental mit.
Nach der Gewinnwarnung am Nachmittag fiel die BMW-Aktie um fast 8 Prozent, die Aktie des Zulieferers Continental sank um 7 Prozent und auch andere Automobilwerte gaben nach. BMW nannte den Namen des Bremsen-Zulieferers nicht, kündigte jedoch an, Regress zu fordern. Zwischen drei und fünf Prozent der gelieferten Bauteile seien fehlerhaft, aber alle müssten überprüft werden.
Die deutsche Autoindustrie befindet sich momentan in einer Krise. Neben allgemeinen Standortproblemen leiden die Unternehmen unter den Belastungen der Transformation, dem schwachen Geschäft im größten Einzelmarkt China und der sinkenden Nachfrage nach Elektroautos in Europa, wo sie erheblich investiert haben. VW schließt Werksschließungen und Entlassungen in Deutschland nicht mehr aus. Continental plant, Tausende Stellen abzubauen, ZF reduziert ebenfalls massiv die Zahl der Arbeitsplätze und auch Branchenprimus Bosch muss sparen.








