Der Arzneihersteller, bekannt für Erkältungsmittel, will im April an die Börse und dabei Milliarden einnehmen. Stada-Chef Goldschmidt kann gute Zahlen für 2024 vorweisen, sieht aber eine Hürde.
Börsengang von Stada naht: «Interesse von Investoren groß»

Der Arzneihersteller Stada verdient mehr und treibt seinen geplanten milliardenschweren Börsengang voran. «Wir sprechen mit Investoren aus den USA, Großbritannien, Europa und dem Mittleren Osten», sagte Stada-Chef Peter Goldschmidt der Deutschen Presse-Agentur. «Das Interesse ist groß, das Feedback positiv.»
Vorher war bekannt, dass Stada vor Ostern einen Börsengang in Frankfurt plant. Der Konzern, der für das Erkältungsmittel Grippostad, die Sonnenmilch Ladival und den Hustensaft Silomat bekannt ist, könnte mit zehn bis zwölf Milliarden Euro bewertet werden. Somit wäre Stada wahrscheinlich einer der größten Börsengänge in Europa in diesem Jahr und ein Kandidat für den MDax oder sogar Dax.
Börsenrisiko Geopolitik
Wie viele Anteile die Eigentümer, die Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven bei einem Börsengang im April abgeben könnten, ist nicht bekannt. Sie hatten Stada mit zuletzt rund 11.600 Beschäftigten 2017 für 5,3 Milliarden Euro gekauft und später von der Börse genommen. «Auch im Fall eines Börsengangs wollen die Finanzinvestoren investiert bleiben und nicht sofort komplett ihre Anteile verkaufen», sagte Goldschmidt.
Noch sei keine Entscheidung zu einem Börsengang getroffen. «Wir müssen schauen, wie das Börsenumfeld ist. Die geopolitische Lage ist derzeit nicht zu unterschätzen.»
Es kommt selten vor, dass in Deutschland milliardenschwere Börsengänge stattfinden. Im Jahr 2024 wagten nur wenige Unternehmen den Gang aufs Parkett, darunter die Parfümkette Douglas. Die Eigentümer von Stada hatten zuvor sowohl einen Börsengang als auch einen Verkauf in Betracht gezogen, jedoch verliefen die entsprechenden Gespräche zäh.
Gewinn 2024 deutlich gewachsen
Im letzten Jahr konnte Stada von zunehmenden Geschäften profitieren. Der Umsatz stieg um 9 Prozent auf über vier Milliarden Euro und das bereinigte Betriebsergebnis (EBITDA) um 11 Prozent auf 886 Millionen Euro. Informationen zum Nettogewinn wurden nicht gemacht.
Sowohl bei rezeptfreien Arzneien, als auch bei Nachahmermitteln und Spezialmedikamenten sei man in Europa stärker gewachsen als der Gesamtmarkt, sagte Goldschmidt. «Im Heimatmarkt Deutschland haben wir ein gutes Jahr mit freiverkäuflichen Medikamenten erlebt, aber keine Spitzennachfrage bei Erkältungsmitteln.»
Übernahmen nach Börsengang wieder denkbar
Stada ist in den vergangenen Jahren bereits gewachsen – auch aufgrund einer Reihe von Übernahmen, die zu einer hohen Verschuldung führten. Das Russlandgeschäft wurde hingegen abgespalten, da es die Verkaufsabsichten belastete. Jetzt sollen die Schulden von Stada durch einen Börsengang reduziert werden.
«Besonders unsere schnell wachsende Sparte mit Spezialmedikamenten wollen wir weiter mit Einlizensierungen stärken», sagte Goldschmidt. «Wenn mit dem Börsengang die Schulden reduziert sind, sind auch wieder größere Übernahmen denkbar.»








