Die Euphorie um Künstliche Intelligenz ermöglicht neue Geschäftsmodelle. Das treibt die Zahl der Start-up-Gründungen in bislang ungekannte Höhen. Besonders stark nach oben geht es abseits von Berlin.
Boom um KI: Start-up-Gründungen steigen 2025 auf Rekordwert

Der Boom inmitten der Krise hat dazu geführt, dass die Anzahl der Start-up-Gründungen in Deutschland auf einen Rekordwert gestiegen ist. Laut einer Analyse des Startup-Verbands, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, wurden im vergangenen Jahr 3.568 neue Wachstumsfirmen gegründet, was einem Anstieg von 29 Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht.
Die Zahlen sind noch höher als im Boom-Jahr 2021, als die Corona-Pandemie einen Digitalisierungsschub auslöste und beispielsweise Lieferdienste und Finanz-Apps antrieb. Der Grund für die Rekordzahlen liegt in der Euphorie um Künstliche Intelligenz, die Gründungen erleichtert und neue Geschäftsfelder eröffnet.
«Über 3.500 Gründungen, ein Drittel mehr als 2024 – das zeigt den Mut und die Dynamik des deutschen Unternehmertums», sagt Kati Ernst, stellvertretende Vorsitzende des Startup-Verbands. Allerdings habe Deutschland weiter Schwächen bei der Finanzierung, wenn es darum gehe Start-ups groß zu machen.
Viele Gründungen in Berlin und Bayern
Der Anstieg der Gründungen wurde in fast allen Bundesländern verzeichnet. In Berlin wurden erneut die meisten Start-ups mit 619 gegründet (plus 24 Prozent), deutlich vor München (290). Die Hauptstadt befindet sich auf einem guten Weg, sich von der Branchenkrise der vergangenen Jahre zu erholen.
Die Anzahl der Gründungen stieg jedoch noch stärker in Bayern (plus 46 Prozent), Nordrhein-Westfalen (plus 33 Prozent) und Sachsen (plus 56 Prozent).
Berlin hat vor allem in Bayern Konkurrenz, wo ein Fünftel aller Start-ups (785) gegründet wurden – 247 mehr als im Vorjahr. München liegt auch bei den Gründungen pro Kopf an erster Stelle, vor Berlin und Düsseldorf. Anschließend kommen die Universitätsstädte Aachen, Potsdam, Heidelberg und Darmstadt. Dies zeigt die Bedeutung von Wissenschaft und Technologie für die Start-up-Branche.
KI prägt viele Branchen
In der Studie, die in Zusammenarbeit mit der Analysefirma startupdetector entstand, wurde festgestellt, dass 27 Prozent aller gegründeten Start-ups KI als wichtigen Bestandteil ihres Geschäftsmodells nutzen. Die meisten neuen Unternehmen wurden im Software-Bereich gegründet (853).
Künstliche Intelligenz präge viele Bereiche, sagte Arnas Bräutigam, Co-Gründer von startupdetector. «Wir sehen KI immer häufiger dort, wo konkrete Probleme gelöst werden – von Software über Medizin bis hin zu industriellen Anwendungen wird sie das Fundament neuer Geschäftsmodelle.»
Ein maßgeblicher Grund für den Anstieg der Gründungen dürfte jedoch auch die wirtschaftliche Flaute in Deutschland sein. In Krisenzeiten entscheiden sich üblicherweise viele Menschen dazu, sich selbstständig zu machen, da sich die Jobchancen verschlechtern.
Laut neuen Zahlen der Förderbank KfW erhielten Start-ups zuletzt wieder etwas mehr Wagniskapital von Investoren. Im Schlussquartal 2025 flossen allein rund zwei Milliarden Euro. Die Finanzierungssituation für die vielversprechendsten Start-ups hat sich im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr verbessert.








